Da haben Sie das Ding! Uebersetzen können Sie es sich lassen. Ich übersetze nie. In unseren Zeiten muß Jeder und Jede Englisch und Französisch verstehen. — Doch was sehe ich? Der Ueterser Wochen-Wagen! — Entschuldigen Sie. — Ich muß fort — Dieterich! Dieterich! hast du einen Brief für mich?

Mit diesen Worten stürmte der Baron zur Thür hinaus. —

„Das ist ein sonderbarer Mensch!“ rief Hippias, dem Baron nachsehend.

„Ein wahrer Ausbund!“ meinte Mlle Henriette.

„Pfui Henriette,“ nahm Fräulein Brettomani das Wort, „wie magst du das sagen! Glauben Sie es nicht, Herr Hippias. Der Baron ist ein interessanter Mensch, der ein vortreffliches Herz besitzt. Es ist wahr, er nimmt nicht Rücksichten genug auf seinen Stand und auf die Menschen, mit denen er umgeht. Er ist zu offen und frei. Doch weiß ich selbst, daß, wenn er Jemand helfen kann, er es gewiß thut, und sich seinen eigenen Rock auszieht, um einen Frierenden zu wärmen.“

„Es ist brav von Ihnen, daß Sie einen Abwesenden vertheidigen,“ sagte ich. „Mir ist der Baron lieb, wie Allen, die ihn verstehen und näher kennen. Er hat aber den Schein gegen sich und gehört nicht zu den anerkannten Soliditäten. Ich bin gewiß, daß wenn er einst zur Ruhe kommt, er gewiß etwas Tüchtiges leisten wird. Es ist Schade, daß solche Köpfe feiern, weil man sie scheut, fürchtet und nicht — anstellt.“

„Wir müssen uns Ihnen aber wohl empfehlen, mein Fräulein,“ sprach Hippias. „Mein Magen erinnert mich, daß es Zeit sei, Etwas zu genießen. Gehen wir Aristipp?“

„Schön. Wir gehen zum Hôtel-Petit. Adieu, mein Fräulein.“

Nach diesen Worten, nach einigen Verbeugungen, verließen wir die „Erfrischungshalle“ und begaben uns nach der Behausung des Herrn Herrmann Bleicamb, dem Hôtel-Petit im Klütjenstieg. Herr Bleicamb stand in der Hausthüre, umringt von drei bis vier rothbackigen Knaben, und empfing uns mit lächlender Miene und folgenden Worten: