gesichert ist. Vom amtlichen Bericht, der bündig und bestimmt einen durchgreifenden Erfolg versichert, bis zu dem Bündel phantastische Gerüchte, alles trägt dazu bei, dieses Vorgefühl zu verstärken.

Den 13. September (aus einem Tagebuch).

Hier ist Krieg; hier betreten wir den Ort des Entsetzens. Wir haben die Dörfer Frankreichs, in denen der Friede schlummerte, verlassen. Jetzt ist alles nur noch gewaltsame Bewegung, hier sieht man die ersten unmittelbaren Opfer des Krieges.

Die Soldaten: Blut, Schmutz und Schlamm. Verwundete. Diejenigen, denen wir zuerst begegnen, sind am leichtesten verwundet: Wunden an den Armen, den Händen. Bei den meisten bemerkt man deutlich neben der Müdigkeit und den Schmerzen ein Gefühl wahrer Erleichterung, weil sie noch leidlich gut davon gekommen sind.

Weiter in der Gegend der Verbandstellen, Verscharren von Toten; sechs sind es, auf zwei Karren ausgestreckt. Flach daliegend, in zerrissenen Kleidern verloren, führt man sie in eine am Fuß eines Kruzifixes offene Gruft. Priester tun eher Kriegsdienst als Gottesdienst, denn auch sie sind als Soldaten eingezogen. Etwas Stroh und Weihwasser darüber und wir ziehen weiter. Im Grunde sind diese Toten noch zu beneiden. Sie sind gepflegt gestorben. Was soll man

von denen sagen, die weiter vorn liegen und verschieden sind nach Nächten von Todeskampf und Verlassenheit!

. . . . Von diesem Sturme wird uns ein endloses Verlangen nach Mitleid, Brüderlichkeit und Güte verbleiben.

Mittwoch, den 16. September 1914.

In dem Kreise des Entsetzens. Die regnerische Dämmerung läßt die Straße erbleichen; plötzlich, in einem Graben, — die Toten! Sie haben sich vom Schlachtfeld bis hierher geschleppt. Wie sie gefallen, so liegen sie da — jetzt schon stinkend. Die einbrechende Nacht läßt uns nur mit Mühe ihre Landeszugehörigkeit unterscheiden, aber dasselbe große Mitleid umfängt sie. Es gibt nur ein Wort für alle: armer Junge! Die ganze Nacht unter diesen Greueln, dann den Morgen wieder. Der Tag bricht an über angeschwollene Pferdeleiber! An einer Waldecke ein erkaltetes Gemetzel. Sie liegen da ausgestreckt und starr, schon schwarz von Verwesung — und ausgeplündert: überall sieht man offene Taschen, aufgerissene Brotsäcke. Nichts von dem, was ihre Persönlichkeit ausmachte, ist ihnen verblieben. Unter ihnen Zivilisten, deren Gegenwart sich aus dem deutschen Verfahren erklärt, französische Geiseln unter unserm Feuer marschieren zu lassen.

Wenn diese Aufzeichnungen jemandem in die