Hände fallen, mögen sie in einem ehrlichen Herzen Schauer erwecken vor der scheußlichen Missetat derer, die an diesem Kriege verantwortlich sind. Nie wird es Ruhm genug geben, um all diesen Schmutz, all dieses Blut zu verdecken.

Den 21. September 1914.

Der Regen im Krieg: Eine Qual, von der man sich keine Vorstellung machen kann. Drei Tage und drei Nächte, ohne etwas anderes tun zu können als zittern und jammern und trotzdem muß man den Dienst versehen. In einem mit Wasser gefüllten Graben schlafen, das sucht seinesgleichen bei Dante; was soll man aber erst vom Erwachen sagen, wenn man auf den Augenblick lauern muß, wo man mordet oder ermordet wird! Darüber das Brummen der Granaten, welches das Pfeifen des Windes übertönt. Mitunter Knattern der Gewehre. Dann kauert man in den Schmutz nieder und läßt die Verzweiflung einen durchdringen.

Als diese Qualen ein Ende nahmen, hatte ich eine solche Entspannung der Nerven, daß ich geweint habe, ohne zu wissen warum. Das nennt man auf Vorposten ziehen nach einem Kampfe.

Den 25. September.

Eine Hölle in der friedlichsten, ländlichsten Gegend. Eine Herbstlandschaft, in welche die Kanone Löcher reißt!

Den 27. September.

Wenn es außer der herrlichen Lehre, die aus diesem Kriege hervorgehen wird, greifbare Gewinne gibt, so bin ich besonders für einen empfänglich, die Betrachtung des nächtlichen Himmels. Niemals brachte mir die Majestät der Nacht so vielen Trost wie in diesen sich häufenden Prüfungen. Der strahlende Abendstern ist mir ein Freund geworden. . .

Jetzt bin ich mit den Formen der Sternbilder vertraut. Einige ziehen durch den Himmel weite Bogen, als wollten sie den Thron Gottes umkreisen. Welche Pracht! Wie denkt man dabei an den chaldäischen Hirten!

O Sternbilder! erstes Alphabet! . . . .