Den Kreislauf weiter verfolgend und die Entweihung des Menschen erreichend, schildert Gustave Moreau das eiserne Zeitalter: Kain zur Arbeit und zum Verbrechen verurteilt.
Dieses Werk erzählt, daß die göttliche Stunde greifbar, aber flüchtig ist und daß sie der gewöhnliche Zustand des Menschen nicht sein kann. Es entschuldigt unsere Niederlagen. Die malerische Wiedergabe dieses Gedankens ist zu buchmäßig, könnte mancher sagen; doch sie berührt die Seele derer, die durch die Eishülle hindurch lesen wollen, unter der in der menschlichen Wiedergabe jeder Gedanke erstarrt. Freilich war ein Rembrandt der vollkommene geniale Dichter und zugleich der reine „Maler“. Geben wir zu, daß unsere Zeit weniger Reichtum, eine seltenere Vielseitigkeit der künstlerischen Begabung aufweist; erkennen wir aber zugleich die Schönheit der Dichtung von Gustave Moreau an, deren Sinn Du in zwei Worten geahnt hast.
Dein Sohn.
Den 24. Dez., in der Frühe.
Unsern ersten Tag auf Vorposten haben wir in der ländlichen Ruhe einer Landschaft verbracht, die den Schnee erwartete. Er ist im Laufe der Nacht gekommen. In Hintergärten, dem Auge der Deutschen entzogen, habe ich mir den Schnee angesehen, der die kleinsten Gegenstände zeichnet und adelt. Dann kehre ich zum Talglicht zurück und
nun schreibe ich Dir auf dem Tische, auf dem ein Nachbar Schokolade schabt. Das ist der Krieg.
Das Soldatenleben bietet lustige Überraschungen. Wir mußten in die Feuerlinie kommen, damit zwei Unteroffiziere eine Badewanne finden und ein Bad nehmen können. Ich für mein Teil begnügte mich mit der Hülse einer 75ger Granate als Wasserkrug.
. . . . Ich will nicht von Geduld sprechen, denn ein großer Vorrat von Geduld kann vor dem uns bekannten X versagen. Ich sage Dir aber, daß die Zeit außerordentlich rasch vergeht.
Wir verleben kindliche Tage, übrigens sind wir Kinder solchen Ereignissen gegenüber, und die Wohltat dieses Krieges wird sein, daß er denen, die zurückkehren, die Jugend des Herzens zurückgeben wird. . . .
Liebe Mutter, unser Dorf hat wieder den Besuch von zwei Granaten erhalten. Werden sie in Begleitung kommen? Gott behüte uns! Letzthin hatten sie uns hundert und fünfzehn geschickt, um einen Mann am Handgelenk zu verwunden. Ein Haus, in dem ein Halbzug unserer Kompagnie wohnt, steht in Flammen. Wir sehen niemand sich regen. Wünschen wir, daß für unsere Kameraden alles gut verläuft.