In dem Lande, daß Dir gleicht.
Ja, die „Aufforderung zur Reise“ von Baudelaire[18)] zog durch den entzückenden Himmel. Ach! ich war weit weg vom Kriege. Doch Rückschlag des Irdischen; als ich zurückkam, wäre ich beinahe um mein Mittagessen gekommen . . .
Den 20. Januar, abends.
Stete Ergebenheit. Anpassung an das Leben, das nicht rastet und sich um unsere kleinlichen Forderungen nicht kümmert.
Den 21. Januar.
Jetzt sind wir wieder in unseren Stellungen in erster Linie. Der Schnee folgte uns nach, leider aber auch das Tauwetter. Zum Glück verlangt unsere jetzige Stellung nicht den schrecklichen Aufenthalt im Wasser der Schützengräben.
Wer wird die Anmut der Bäume im Winter schildern? Habe ich Dir gesagt, was Anatole France darüber im Mannequin d’Osier[19)] schreibt? Er liebt ihr feingegliedertes Skelett und ihre innerliche
Schönheit, die der Winter vollkommener offenbart. Auch ich liebe den wundervollen Kontrapunkt ihres Geästes mit den tausendfach verschlungenen Linien auf dem Grundton des Himmels.
Von unserm Unterstand aus sehe ich unser Dorf; das Unglückliche zerfällt und zerbröckelt immer mehr. Jeden Tag geben ihm die Granaten mehr den Rest. Die Kirche ist auseinandergerissen, doch ihre zerstückelte Schönheit verharrt trotz Allem. Das Dorf ist so hübsch zwischen seinen zwei zierlich gezeichneten, köstlichen Hügeln versteckt!
Wir hatten viel Glück in zweiter Linie. Das Schneewetter war wirklich schön und gnädig. Gestern beschrieb ich Dir den Sonnenuntergang von neulich und wie wir vorher in diese herrlichen Wälder gekommen sind . . .