Ich dachte an die schlimmen Stunden, die auch Ihr habt, und die Vernunft war es, die mich Euch zu einer sehr unpersönlichen Auffassung unseres Verhältnisses ermuntern ließ. Ich weiß, wie stark und auf diese Auffassung vorbereitet Du bist. Doch Du hast recht, nehmen wir den Schmerz nicht vorweg. Aber manchmal unterscheidet man nicht mehr deutlich wirklichen Schmerz, der uns quält, von jenem, der kommen könnte.

Merket wohl, daß ich alle Hoffnung habe und daß ich auf einen Sieg der Gnade zähle; aber vor allem bestrebt ein Künstler zu sein, bemühe ich mich so viel Schönheit wie möglich zu gewinnen und so schnell wie möglich, da ich die Frist, die uns vergönnt ist, nicht kenne.

Den 27. Januar, nachmittags.

Nach zwei — wegen des Mangels an Stroh — schlechten Nächten im Quartier ist die dritte durch

unsern plötzlichen Abmarsch in unsere Stellung zweiter Linie unterbrochen worden. Dort habe ich endlich schlafen können.

Herrliches Wetter, Frost und Sonne.

Die weite Natur beginnt mich wieder zu umfangen und ihre jetzt mächtigere Stimme stärkt mich. — Aber, Teuerste, was für ein Riß im Leben! Seit meiner Beförderung habe ich soeben Augenblicke erlebt, die in weniger fürchterlicher Form an die Anfänge des Septembers erinnern, mit viel Schönem dazu. Ich nehme dieses neue Leben an; aber kein Ausblick in die Zukunft! . . . . .

Den 28. Januar, in der Morgensonne.

Das eiskalte strahlende Wetter hat das wundervolle an sich, daß es in seinem weiten, klaren Himmel eine Pforte für die Poesie offen läßt. Was ich Dir über dieses schöne Schneewetter sagen konnte, das kam aus einem durch die siegreiche Schönheit gestärkten Herzen.

Ich habe mit Freuden in den Zeitschriften, die Du mir geschickt hast, die Abhandlungen über Molière, über das englische Parlament, über Martainville, über die religiösen Fragen im Jahre 1830 gelesen. . . . .