der griechischen Mythologie ist mir noch ein Trost. Lies diese Episode der Ilias in meiner schönen Übersetzung von Lecomte de l’Isle und Du wirst sehen, daß Zeus dem Schicksal gegenüber Worte ausspricht, in denen das Gefühl des Unendlichen und Göttlichen so herrlich erstrahlt wie in der christlichen Passion. Er leidet und sein väterliches Herz kämpft lange; dann ergibt er sich in den Tod seines Sohnes. Aber Hypnos und Thanatos werden ausgesandt, um den geliebten Leichnam zu empfangen.[23)]

Hypnos, der Schlaf. Daß es soweit mit mir gekommen ist, dem jede Stunde des Tages eine Lust war, den jeder Augenblick tätiger Arbeit von Stolz erbeben ließ. Ich überrasche mich selbst bei dem Wunsche, weit weg von den mich umgebenden Stürmen zu fliehen.

Aber der schöne hellenische Optimismus erstrahlt immer noch auf den Schalen des Louvre. Die beiden Genien geben Sarpedon die Unsterblichkeit nach seinem körperlichen Tode und wahrlich, Schlaf und Tod steigern und erweitern unsere menschliche Beschränktheit ins Unendliche.

Thanatos: ein Geheimnis, dessen Grauen wir dem Mißverständnis verdanken, welches der Genuß des Augenblickes uns im allgemeinen zu beseitigen verhindert. Aber lies die feierlichen, friedlichen

und ewigen Sätze Maeterlincks in seinem Buche über den Tod und sieh, wie sie harmonisch zusammenklingen mit unserer seelischen Erregung über die fürchterliche Tragödie.

Den 7. Februar.

Teuerste vielgeliebte Mutter,

Gestern Deinen herrlichen Brief vom 1. erhalten. Fürchte Dich nicht das zu schicken, was Du für Plaudereien halten könntest. Deine Liebe, die Gleichheit unserer Herzen zeigen sich deutlich in Deinen Briefen. Das ist das einzige, was für mich gilt. Übrigens bringen sie mir tausend andere Dinge von Bedeutung, Lebensfragen.

Wir verleben Stunden erdrückender Arbeit, vor der mich meine Stellung einigermaßen sichert. Aber für die Mannschaften gibt es Reihen von fünf schlaflosen Nächten, von ähnlichen Reihen gefolgt.

Den 9. Februar.