5 Uhr nachmittags. Trotz Allem Mut, Mut trotz Allem.

Den 13. Februar,
4. Tag in der vordersten Stellung.

Teuerste, nach der tränenreichen Empörung, die mich während dieser ganzen Zeit erschüttert hat,

vermag ich wieder zu sagen: „Dein Wille geschehe.“

Und in dem Maße und der Ausdehnung meiner Fähigkeiten möchte ich derjenige sein, der an der Möglichkeit seines Mitwirkens am Ausbau des Tempels nicht verzweifelt.

Ich möchte der Arbeiter sein, der weiß, daß sein Gerüst ohne Hoffnung auf Rettung zusammenbrechen wird und der doch rastlos an dem Schmucke der Kathedrale weiter meißelt. An dem Schmuck. Denn niemals werde ich große Steinblöcke in die Höhe ziehen können. Es gibt übrigens Handlanger dafür. Ja, es gelingt mir noch, die innere Ruhe wiederzufinden.

Jene gleichmäßige Ruhe, die ich erflehte, habe ich zwar nicht; aber manchmal erschaue ich den Schein jenes ruhigen Lichtes, in dem Alles, selbst unsere Liebe, in neuer Gestalt erscheint und verklärt.

Ich bin am Fuß eines steilen Hügels, dessen Linien die Natur harmonisch gezeichnet hatte. Der Mensch hetzt den Menschen und bald werden sie auf einander stürzen. Unterdessen schwingt sich dort die Lerche auf.

Während ich Dir schreibe, erfüllt mich allmählich eine seltsame heitere Ruhe, etwas außerordentlich Tröstendes, sei es menschliche Zuversicht, oder eine höhere Offenbarung. Um mich herum schläft man.

Den 14. Februar,
5. Tag in der vordersten Stellung.