Ich bin vorgedrungen und habe den Säbel

eines Offiziers, der sich ergab, in Empfang genommen; dann habe ich die zu besetzenden Stellungen befestigt. Der Hauptmann hat mich bei sich behalten und ich habe ihm den Plan unserer Stellung entworfen. Er teilte mir mit, daß er entschlossen sei, mich im Armeebefehl nennen zu lassen,[25)] als er vor meinen Augen fiel.

Dann habe ich während der dreitägigen fürchterlichen Beschießung auch den Dienst der Versorgung mit Patronen eingerichtet und aufrechterhalten, wobei ich fünf Mann verloren habe. Unsere Verluste sind entsetzlich, die des Feindes noch schlimmer. Du kannst Dir nicht vorstellen, geliebte Mutter, was der Mensch dem Menschen anzutun vermag. Seit fünf Tagen sind meine Schuhe von Menschengehirn fettig, zertrete ich Leichen, stoße auf Eingeweide. Die Soldaten verzehren ihr kümmerliches Essen an Leichname angelehnt. Das Regiment hat sich heldenhaft benommen, wir haben keine Offiziere mehr. Alle sind als tapfere Soldaten gefallen. Zwei gute Freunde, von denen der eine für eines meiner letzten Porträts ein liebenswürdiges Modell war, sind tot. Das war eine meiner fürchterlichsten nächtlichen Begegnungen. Weißer, herrlicher Leichnam im Mondschein: ich habe in seiner Nähe ausgeruht. Schönheit der Natur, die wieder in mir erwachte . . .

Endlich nach fünf Tagen des Entsetzens, die

uns zwölfhundert Opfer gekostet haben, sind wir aus diesem Ort der Greuel zurückgezogen worden.

Das Regiment ist im Armeebefehl genannt.

Liebe Mutter, wer wird das Unerhörte der Dinge, die ich gesehen habe, erzählen, wer wird aber von den sicheren Wahrheiten reden, die ein solcher Sturm entdecken läßt?

Pflichterfüllung, Selbstüberwindung.

Den 23. Februar.

Teuerste, geliebte Mutter,