Zweiter Tag im Quartier, dann gehen wir wieder morgen an die Front. Teuerste, ich kann Dir jetzt nicht schreiben. Nähern wir uns dem, was unsterblich ist und halten wir uns Beide an das, was Pflicht ist. Ich weiß, daß Euer Gedanke stets dem meinigen zueilt, und ich richte mein Auge nach dem, was in Weisheit unser Glück ist.

Seien wir mutig, ich unter allen diesen jugendlichen Toten, Du in der Erwartung. Aber Gott ist über uns.

Den 26. Februar,
während eines herrlichen Nachmittags.

Liebe Mutter, jetzt sind wir wieder auf dem Schlachtfeld. Wir haben die Höhen bestiegen, auf denen es sich eher geziemen würde die Herrlichkeit Gottes zu betrachten, als die Greuel der Menschen zu verdammen. Die Leichen, die anfangs zahllos waren, verschwinden allmählich und seltene, erdfarbene

Unglückliche erregen von Zeit zu Zeit eine peinliche Begegnung.

Die Verluste sind das, was man in den Tagesberichten „ernste“ nennt.

Ich kann Dir wenigstens sagen, daß unsere Soldaten durch ihre heldenhafte Ergebung Bewunderung erregen. Alle beklagen diesen schändlichen Krieg, aber die meisten haben die Empfindung, daß die Annahme einer schrecklichen Pflicht das Einzige ist, was in diesem Augenblick die fürchterliche Notwendigkeit Mensch zu sein rechtfertigen kann.

Liebe Mutter, ich kann nicht zu Ende schreiben.

Jetzt schläft die Ebene in Malven- und Rosatönen ein. Wie ist es möglich, daß es Greuel gibt in dem Maße!

Den 28. Februar, im Quartier.