Den 7. März, 10½ Uhr.

Teure vielgeliebte Mutter,

Ich schmücke die Untätigkeit dieses Vormittags aus. Ich genieße die klaren Gewässer der Maas, welche die Anmut der Täler und Gärten beleben. Die Spiele des Wassers auf dem Untergrunde von Pflanzen und Steinen bieten meiner Müdigkeit ein beruhigendes Schauspiel und erzählen das friedliche Dasein dieses ansehnlichen von den Hauts de Meuse beschützten Fleckens.

Die Kirche ist vollgestopft von Soldaten, die wie ich selbst die unerschütterliche Anschauung eines Ideals haben, aber eine äußerliche und weniger unmittelbare Offenbarung desselben verlangen . . .

Ich begebe mich für etwa vierzehn Tage in Kost in jenes Haus, in dem vor bald zwei Monaten unsere ausgelassene Bande ihre Sitzungen hielt. Heute sah ich diese braven Leute weinen, als sie von den Toten und Verwundeten hörten. Ich habe vor dem Abmarsch Deinen Schlafsack erhalten, der vortrefflich ist. Ich bin sehr durch rheumatische Schmerzen geplagt, die mir seit zwei Monaten manche Nacht im Quartier verderben.

Liebe teure Mutter, Ruhe im Kasernenlärm, der jetzt unser Leben sein wird. Da es hier nur Unteroffiziere gibt, sind wir Alle zu Dienstarbeiten verpflichtet und ich werde wieder die Bekanntschaft des Besens und der Lasten machen, übrigens hat man uns das vorhergesagt: wir sollen harte Arbeit

mit unsern Händen verrichten, damit wir andern befehlen können.

Den 7. März, zweiter Brief.

Mildes Wetter nach dem Regen. Glockengeläute in den Abend hinein; die fließenden Gewässer singen unter den Brücken und die Bäume schlafen ein.

Den 11. März.