„Nu, ja ja, Sie sind wohl ein Matrose, und da kommen Sie halt durch die ganze Welt. Und China, das ist doch das Land, wo die Apfelsinen wachsen?“

„I woher denn, Mutter Knulle! Die Apfelsinen kommen aus Messina. In China gibt’s Mandarinen, das sind die ganz kleinen Apfelsinen! Wenn sie faulig sind, werden sie dort Minister.“

„Ach nein!“ rief sie ungläubig. „Man hört doch alle Tage was Neues. Aber woher kennen Sie mich denn? Ich kenne Sie doch nicht!“

„Dann ist’s gut!“ lachte er und kaufte ihr ein paar Birnen ab.

Mit der offenen Tüte in der Hand spazierte er weiter und kaute auf beiden Backen. Da kam der Professor Zuntermann angewackelt. Er war ein kleines, eisgraues Männlein, das sich seinerzeit vergeblich bemüht hatte, Peter Voß in die Geheimnisse der Mathematik einzuweihen. Peter Voß spuckte das Kernhaus aus, das er gerade zwischen den Zähnen hatte, und vertrat dem Professor den Weg.

Zuntermann war in Strienau wegen seines ausgezeichneten Gedächtnisses bekannt, auf Zahlen, Namen und Personen war er geradezu geeicht.

„Ich bin einer Ihrer früheren Schüler!“ behauptete Peter Voß keck und machte einen Kratzfuß.

„Sie?“ sprach der Professor erstaunt und betrachtete die wenig vertrauenerweckende Außenseite des Fremden mit kritischen Blicken. „Ich kann mich sonst auf jeden meiner Schüler besinnen, obwohl ich sehr, sehr viele gehabt habe. Da muß ein Irrtum Ihrerseits vorliegen!“

„Dann entschuldigen Sie nur!“ meinte Peter Voß, nahm eine neue Birne zwischen die Zähne und ging bis zum Gymnasium.

Hier hörte er die Stimme des Direktors Plimpel, der ihn mit dem Latein weidlich geplagt hatte, schon von weitem. Da das Wetter schön war, und um für sich Reklame zu machen, unterrichtete er bei offnem Fenster. Außerdem war er äußerst schreckhaft.