Am nächsten Morgen trat Jim Stockes pünktlich um neun Uhr aus seinem Privatkontor in den großen Officesaal und fragte nach Peter Voß. Sein Platz war leer.

„Die Schlüssel stecken!“ rief Stockes und runzelte die Stirn. „Der Schrank ist offen! Und Mr. Voß nicht da?“

Der zweite Kassierer bekam es mit der Angst. Jim Stockes war mit einem langen Sprunge beim Schrank, riß die Flügeltüren der Hauptabteilung auf und erbleichte! Sämtliche Fächer waren offen, und das mittelste war leer.

„Ich bin bestohlen worden!“ sagte er dann ganz ruhig, aber man merkte der Stimme die namenlose Aufregung an, in der er sich befand. „Meine Herren, man hat mich heute nacht um zwei Millionen Dollar bestohlen!“

„Er ist durchgebrannt!“ entschlüpfte es dem Prokuristen, einem älteren Herrn, der der Korrespondenzabteilung vorstand.

„Was wagen Sie da zu sagen!“ schrie ihn Stockes an, krebsrot vor Wut. „Mr. Voß ist ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. Sie alle können sich an ihm ein Muster nehmen.“

Da klingelte das Telephon wie besessen. Am andern Ende rang Frau Polly Voß verzweiflungsvoll die Hände. Ihr Mann war die ganze Nacht nicht heimgekommen. Mit schluchzender Stimme fragte sie an, ob er in der Office sei.

„Bedaure!“ antwortete der Prokurist. „Er ist noch nicht hier eingetroffen.“

„Mr. Voß war diese Nacht nicht in seiner Wohnung!“ meldete er dann mit innerer und äußerer Genugtuung seinem Chef.

Der sank auf einen Stuhl und wischte sich mechanisch die Stirn. Er war anscheinend mit seiner Kraft zu Ende. Kein Wunder, denn er hatte diese Nacht ebensowenig wie Polly Voß ein Auge geschlossen.