Peter Voß bettete den Ohnmächtigen, der sich noch immer nicht regte, aufs Sofa. Puls und Atem waren herabgemindert. Er flößte ihm etwas Wasser ein und nach einer Weile schlug der Onkel die Augen wieder auf, war aber noch unfähig zu sprechen.

„Liebster, bester Onkel!“ flüsterte Peter Voß. „Es tut mir furchtbar leid, daß du dich so erschrocken hast.“

„Millionendieb!“ röchelte der Onkel. „Hinaus mit dir.“

„Das hab ich kommen sehen!“ erwiderte Peter Voß traurig. „Obschon du mich freisprechen wolltest, weist du mir doch die Tür.“

Nun kam der Onkel ein wenig in die Höhe.

„Du verlangst doch nicht etwa,“ stöhnte er auf, „daß ich als Landgerichtsrat einen Millionendieb bei mir beherberge!“

„Aber ich bin doch gar kein Dieb,“ rief Peter Voß, „ich gebe mich doch nur für einen aus. Kannst du das nicht begreifen? Ich bin das Gegenteil eines Hochstaplers, ein Tiefstapler, wenn du willst. Die Millionen, die ich gestohlen habe, sind doch gar nicht vorhanden.“

Der Onkel richtete sich ganz auf. Noch glaubte er dem Fahndungsblatt mehr als seinem Neffen.

„Sieh mal an,“ erklärte ihm Peter Voß und legte ihm die Hand auf die gebeugte Schulter, „wenn ich wirklich die beiden Millionen gestohlen hätte, würde ich dann wohl zu dir gekommen sein und dir die ganze Geschichte erzählt haben?“

Landgerichtsrat Pätsch hatte sich so weit erholt, daß er seine Gedanken wieder ordnen konnte. Er schaute Peter Voß in die ehrlichen, treuen Augen und glaubte ihm. Aber von seiner weiteren Beherbergung wollte er durchaus nichts wissen.