„Geh, mein Junge, geh!“ sagte der Onkel und drückte ihm herzhaft die Hand. „Sonst läufst du noch der Martha Zippel in die Hände. Wenn du in zwei Jahren wieder in St. Louis bist und dir die ganze Sache geglückt ist, dann will ich mich gern pensionieren lassen und hinüber kommen. Vorläufig aber muß ich jede Berührung mit dir vermeiden. Ich halte dich nicht für verrückt, ich halte dich auch nicht für einen Dieb, du bist nur ein Wagehals. Wenn Charaktere, wie du einer bist, überhand nehmen, müssen wir das ganze Strafgesetzbuch umkrempeln.“
„Na, dann Adieu, lieber Onkel!“ erwiderte Peter Voß und ging betrübt zur Tür.
„Also viel Glück, mein Junge!“ sagte der Onkel an der Haustür. „Ich kenne dich jetzt besser als jemals, ich weiß, du würdest auch für mich Kopf und Kragen wagen. Es scheint wirklich eine neue Menschheit unterwegs zu sein.“
Dann drückte er leise die Tür von drinnen ins Schloß, und Peter Voß war draußen. Es war auch die höchste Zeit gewesen. Eben schoß die Wirtschafterin durch die Gartenpforte herein.
„Das ist doch eine bodenlose Frechheit!“ keifte sie los und stellte die hochbepackte Markttasche nieder.
Peter Voß zog furchtsam die Mütze und streckte die Hand aus.
„Der Herr Landgerichtsrat hat mir auch was gegeben!“ flehte er und schaute sie so jämmerlich an, daß es rein zum Erbarmen war. „Schenken Sie mir doch einen Pfennig. Ich hab seit drei Tagen keinen warmen Bissen in den Leib gekriegt.“
Und o Wunder! die unverehelichte Zippel zog das Portemonnaie und gab ihm ein blankes Zweipfennigstück. Peter Voß steckte es ein.
„Alter Drache!“ sagte er dann grüßend und ging weiter.