„Also Schulmeister?“ lachte Peter Voß. „Das scheint mir trotzdem ein ganz ehrenwerter Beruf zu sein. Ich würde allerdings nicht dazu taugen. Deine Einladung nehme ich natürlich mit Freuden an, denn ich habe es mir einmal in den Kopf gesetzt, hier in Strienau meine zwei Jahre abzudienen. Es ist nun einmal meine zweite Vaterstadt, und wenn Dodd wirklich hierher kommt, in deiner abgelegenen Schule sucht er mich gewiß nicht. Du bist ja von jeher ein frommer Bruder gewesen. Die Haare trägst du noch immer recht lang.“

„Und du um so kürzer!“ lächelte Minkwitz. „Du siehst aus wie ein Sträfling.“

„Das hat seinen guten Grund!“ belehrte ihn Peter Voß. „Ich brauche nur erwischt zu werden, und schon muß ich ins Gefängnis. Man lebt übrigens da drin gar nicht so schlecht, wie es sich ein Draußenstehender ausmalt. Ich habe in St. Malo ganz gemütliche Wochen verlebt. Es war ganz so wie eine kleine Sommerfrische.“

„Danke sehr!“ versetzte Minkwitz abwehrend. „Ich würde doch lieber zu Hause bleiben, als eine solche Sommerfrische beziehen.“

So schwatzten sie weiter. Als sie die Zigarren ausgeraucht hatten, verzehrten sie die Aepfel. Dann fuhren sie zurück und gingen über die Brücke in die Stadt, wo Minkwitz einige Besorgungen zu machen hatte.

Als sie über den Ring gingen, wurden sie von dem Polizisten Milzler, der den Pograuer Lehrer kannte, gegrüßt.

Peter Voß legte dem weiter keine Bedeutung bei und setzte sich in den „Blauen Hirsch“ hinter ein Glas Bier, um auf Minkwitz zu warten.

Da das Wetter gut war, legten sie den Weg nach Pograu, wo die Schule lag, zu Fuß zurück. Minkwitz erzählte von seinem geruhigen Dasein und Peter Voß war ausgelassen.

Kopfschüttelnd beschaute er sich das Schulhaus, das windschief und altersschwach hinter dem Dorf in einem großen Garten lag. Zwei Bienenstöcke standen darin.

„Das werd ich mir mal gleich zunutze machen!“ sagte Peter Voß, öffnete den einen und steckte seine Brieftasche hinein.