Und schon saß neben diesem Datum ein wunderbar scharfer Fingerabdruck.

Trotz des schlechten Wetters lief Peter Voß am 25. November nach Strienau. Es war schon spät Abends, als er anlangte. Er wollte wieder einmal seinem Onkel einen Besuch machen. Als Franz Müller war das weiter nicht gefährlich.

„Wollen Sie schon wieder betteln?“ schrie ihn die Martha Zippel durch den Türspalt an. „Ich hol die Polizei!“

Wie ein Blitz war Peter Voß um die nächste Ecke.

Das Wetter wurde zusehends schlechter. Es stürmte und goß so anhaltend, daß man keinen Hund vor die Tür jagte. In einem Promenadengebüsch gegenüber dem Zuchthause suchte er Schutz. Da stand eine alte Ulme, an deren schrägen Stamm er sich drückte.

Die Rathausuhr schlug. Er zählte. Schon neun Uhr! dachte er. Pechfinster war es! Und der Sturm heulte wütend wie ein wilder Wolf in der Ulme. Die Zweige pfiffen, und die Aeste knarrten. Der Posten drüben an der Zuchthausmauer machte drei zaghafte Schritte bis zur flackernden Gaslaterne und retirierte sofort wieder ins Schilderhaus.

Wie dumm! dachte Peter Voß ärgerlich. Wär ich lieber in Pograu geblieben!

In demselben Augenblick huschte eine gebückte Gestalt über die Straße, schoß mit einem Seitensprung in das Gebüsch hinein und schlich geduckt auf die Ulme zu.

„Nanu!“ entfuhr es Peter Voß.

Aber weiter kam er nicht, schon fühlte er zwei Fäuste an seiner Kehle.