„Ich erwürge dich, Kerl,“ hörte er eine rauhe Stimme an seinem Ohr, „wenn du mir nicht sofort deine Kleider gibst!“
„Aber gewiß, gerne!“ röchelte Peter Voß, ohne Widerstand zu leisten. „Ich will dir alles geben, was ich auf dem Leibe trage. Nur möchte ich nicht gerade nackend nach Hause gehen.“
„Du kriegst meine Sachen dafür!“ antwortete der andere, schon um ein Bedeutendes ruhiger. „Ich bin eben aus dem Zuchthaus ausgebrochen.“
„Sieh mal an!“ erwiderte Peter Voß anerkennend und zog bereitwilligst seine blaue Jacke aus. „Brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich bin auch bloß ein Mensch.“
„Gib her!“ atmete der andere erleichtert auf, warf Mantel und Mütze von sich, streifte das Sträflingszeug ab und beeilte sich, in Peter Voßens Kleider zu fahren. Auch die Stiefel mußte dieser hergeben. Die Zuchthausmontur des anderen paßte ihm wie angemessen.
„Was ist denn das für ein Mantel?“ fragte er verwundert.
„Der gehört dem Wärter!“ flüsterte der Ausbrecher. „Der hing draußen auf dem Korridor. Ich hab den Kerl in der Zelle niedergeschlagen und eingesperrt. Und die Mütze habe ich ihm auch weggenommen. Sonst wäre ich nicht durchgekommen.“
„Alle Achtung!“ erwiderte Peter Voß, hing sich den Mantel um und setzte sich die Mütze auf. „Jetzt kann’s losgehen! Immer hinter mir her.“
Nun ging’s mit schleichenden Schritten über die Promenade rund um die schlafende Stadt, Peter Voß immer voran, der Ausbrecher wie sein Schatten hinterdrein.
Peter Voß war ein vorzüglicher Führer. Er fühlte jedes Gebüsch auf fünf Meter im Finstern.