Dann verschwand er auf den Wald zu.

Peter Voß trug die Brieftasche wieder in den Bienenstock.

Darauf pochte er ans Fenster, hinter dem Minkwitz schlief. Mit der brennenden Lampe in der Hand öffnete der die Tür und erschrak ganz außerordentlich über den Zuchthauswärter in Sträflingskleidern, der auf der Schwelle stand.

„Peter!“ rief er entsetzt und mußte die Lampe hinstellen, so zitterten ihm die Hände. „Was ist denn los?“

„Ich hab einem armen Teufel fortgeholfen!“ lachte Peter Voß und drückte die Tür zu. „Er ist aus dem Zuchthaus ausgebrochen!“

Dann erzählte er ihm den ganzen Hergang und setzte sich in der Sträflingskleidung zum Abendbrot nieder. Minkwitz schwankte zwischen Bewunderung und Entsetzen.

„Ein Urkundenfälscher!“ tröstete ihn Peter Voß. „Ein dummer Kerl. In Amerika wird er keine Urkunden fälschen. Da muß er erst mal Englisch lernen.“

Doch die Rache war schon unterwegs. Kaum eine Viertelstunde nach Emil Popels Ausbruch war die gesamte Polizei von Strienau auf den Beinen. Der Beamte an der Oderbrücke gab die Richtung an. Ein Polizeihund nahm die Spur auf. Um Mitternacht bellte er vor dem Pograuer Schulhaus.

Peter Voß, der eben beim dritten Glas Grog war, spitzte die Ohren. Mit einem Sprung war er im Garten. Eine tolle Jagd begann. Nicht lange und er lief dem Wachtmeister, der die Dorfstraße besetzt hielt, in die Arme.

„Haben wir dich endlich, du Ausreißer!“ schnaufte der dicke Milzler und leuchtete ihm mit der elektrischen Taschenlampe ins Gesicht. „Dir wollen wir deine Frechheiten versalzen.“