„Danke für die Belehrung!“ meinte Peter Voß, die übrigen Worte erstarben in einem unverständlichen Gegurgel.
Als er wieder in die Höhe kam, war sein Gesicht blaurot.
Junge, Junge! dachte er und wischte sich die Tränen aus den Augen. Hier sind die Leute bei weitem nicht so gemütlich wie in St. Malo!
Beim Photographieren steckte er ein höchst bekümmertes Gesicht auf, nachdem er vorher seine Nase durch heftiges Reiben und Drücken auf ein größeres Volumen und auf ein geradezu ordinäres Format gebracht hatte. Er sah jetzt wirklich mehr wie Emil Popel als wie Peter Voß aus. Nun wurde er von unten nach oben gemessen, wobei es ihm gelang, sich um einen halben Zentimeter zu verkleinern. Brustumfang und Fingerabdrücke und was sonst noch zur wissenschaftlichen Feststellung einer verbrecherischen Individualität gehörte, kamen haargenau ins Protokollbuch. Dann erschien der Arzt und behorchte ihn.
„Tadellos gesund!“ bemerkte er und ging wieder hinaus.
Eine Viertelstunde später saß der falsche Emil Popel in der vorletzten Zelle auf der rechten Seite des obersten Korridors.
Das ist aber schnell gegangen! dachte er und legte sich auf die Pritsche, weil er hundemüde war.
Friedrich Minkwitz dankte seinem Schöpfer, daß er noch so davongekommen war. Emil Popel aber sauste längst als Peter Voß durch Oesterreich nach Süden.
Auch Dodd und Polly, die noch immer in Hamburg waren, warteten vergeblich auf die Wirkung des Steckbriefes. Daß man daraufhin den Kapitän Siems mitten auf dem Jungfernstieg festgenommen hatte, war nicht gut als Erfolg anzusehen.
Dodd mußte schließlich die Annahme, daß sich Peter Voß noch immer in Hamburg aufhielt, fallen lassen. Weiter wälzte er die Hamburger Anmelderegister, um schließlich festzustellen, daß der Gesuchte während seiner früheren Anwesenheit in Hamburg als Matrose bei der Logiswirtin Hansen auf der Adolfstraße gewohnt hatte.