Aber den Namen dieses Onkels wußte sie nicht.

Am nächsten Mittag trafen sie in Strienau ein, wo sich Dodd, nachdem er Polly im Hotel „Zum goldenen Kreuz“ zurückgelassen hatte, sofort aufs Rathaus begab und Einsicht in die Anmelderegister verlangte. Der Jahrgang von 1892 war bei einem Stubenbrand vor etlichen Jahren vernichtet worden.

Der Beamte konnte sich des Namens Peter Voß nicht erinnern. Dodd kehrte zu Polly zurück und fragte sie, ob Peter Voß eine gewöhnliche oder eine höhere Schule besucht hätte.

„Eine höhere!“ versetzte sie schnell. „Er kann Latein. Und er hat mir manches von den Professoren erzählt.“

Fünf Minuten später trat Dodd ins Gymnasium und verlangte von dem Pedell, zum Direktor geführt zu werden.

Direktor Plimpel hatte ein sehr schlechtes Gedächtnis und zog daher den alten Professor Zuntermann zu Rate.

„Peter Voß!“ rief der und schnalzte fast vor Vergnügen. „Dieser Mensch ist hier in unserer Anstalt gewesen. Und zwar genau sechs Jahre und sieben Monate. Ich habe es mir gemerkt, weil er eines schönen Tages fortgelaufen ist. Er war einer der größten Taugenichtse, ohne alle mathematischen Fähigkeiten. Es wäre mir sehr interessant, zu hören, was aus ihm geworden ist. Meiner Berechnung nach wird er im Zuchthaus endigen.“

Dodd zuckte bedauernd mit den Achseln.

„Er soll nach Amerika gegangen sein!“ fuhr der Professor, zum Direktor gewendet, fort, der unterdessen in einem alten Schülerverzeichnis herumblätterte.

„Es stimmt!“ sagte er und wies auf eine Eintragung. „Er wohnte bei seinem Onkel, dem Landgerichtsrat Pätsch.“