Jetzt stockte Emil Popel nicht mehr. Wahrheitsgetreu, kurz und bündig erzählte er seine Erlebnisse von dem Augenblicke an, wo er den Wärter überwältigt hatte, bis zu seiner Verhaftung in New York.

„Du hast Peter Voß also bei einem einsam liegenden Hause verlassen?“ fragte Dodd. „War es vielleicht ein Schulhaus?“

„Ich glaube wohl!“ erwiderte Emil Popel nach kurzem Bedenken. „Es war eine große Retirade dabei. Wir sind über die Oderbrücke und eine gute Stunde über Land gegangen.“

Dodd wußte genug und ließ den falschen Peter Voß zwischen Hangen und Bangen allein. Es war kein Zweifel, die Spur führte nach Pograu. Dort waren die weiteren Nachforschungen anzustellen, dort lag das Geld! Emil Popel war nur nach New York geschickt worden, um eine falsche Spur zu erzeugen.

Um aber ganz sicher zu gehen, ließ Dodd telegraphisch bei der Zuchthausdirektion zu Strienau anfragen, ob da wirklich ein Emil Popel entsprungen sei.

Die Antwort, die darauf am nächsten Morgen einlief, traf Dodd wie ein Keulenschlag. Sie lautete nämlich: Emil Popel entsprungen, drei Tage später freiwillig gestellt, sitzt noch hier.

Ein geradezu wahnwitziger Verdacht stieg in Dodd auf. War jener Emil Popel etwa Peter Voß? Dodd stand vor einem Rätsel.

Der Mensch scheint wirklich wahnsinnig zu sein! dachte er und beantragte bei der Polizei, den richtigen Emil Popel zu entlassen.

Sein Delikt, Beilegung eines falschen Namens, wurde gegen die Untersuchungshaft aufgerechnet. Da er gesund war und noch genug Geld besaß, hatte die Einwanderungsbehörde, die ihn verhaftet hatte, nichts gegen seine Freilassung einzuwenden.

„Sie sind frei!“ sprach Dodd zu ihm. „Machen Sie, daß Sie nach dem Westen kommen, und versuchen Sie einmal, ein ganzes Jahr keine Urkunden zu fälschen. Man kann auch auf anständige Weise sein Leben fristen.“