„Das will ich tun!“ rief Emil Popel beglückt. „Das will ich wirklich tun, ich will ein hochanständiger Mensch werden.“
„Stellen Sie sich das nicht zu leicht vor!“ warnte ihn Dodd und übergab ihn dem Wärter, der ihn unverzüglich an die frische Winterluft beförderte.
Dodd aber fuhr sofort mit der „Olympic“ nach Europa zurück, um den falschen Emil Popel zu entlarven.
In Strienau war inzwischen der Winter eingezogen, und man rüstete sich allmählich auf das Weihnachtsfest. Mutter Knulle saß zwar noch immer in ihrer Obstbude auf dem Ringe, hatte aber einen dicken Wattemantel an und eine Wärmflasche unter den Füßen.
Alle Leute, die bei ihr vorbeikamen, machten fröhliche Gesichter, und auf dem Neumarkt standen die grünen Tannenbäume in langen Reihen, ausgerichtet wie die Grenadiere bei der Parade.
Das Pensionsgesuch des Landgerichtsrats Pätsch war inzwischen bewilligt worden, und zwar mit dem Ablauf der augenblicklichen Amtsperiode. Da er nicht noch um Krankheitsurlaub einkommen wollte, ließ er es bei dem bewenden. Man entlastete ihn nach Möglichkeit, so daß er sehr viel Zeit für Polly übrig hatte.
Jeden Morgen, wenn er keinen Termin hatte, ging er mit ihr über die Promenade und erwog schon ernstlich den Gedanken, späterhin nach St. Louis zu übersiedeln, denn es wäre ihm sehr schwer geworden, sich von ihr zu trennen, besonders jetzt, wo sie keinen Beschützer hatte. Ihre Angst, daß Peter Voß in New York festgenommen worden war, hatte er ihr glücklich ausgeredet.
„Er ist längst in Moskau oder Petersburg!“ tröstete er sie.
Sie vertrug sich so gut mit dem alten Herrn, daß sie, zum hellen Entsetzen der Martha Zippel, eines schönen Tages aus dem Hotel „Zum goldenen Kreuz“ in das Haus des Onkels übersiedelte.
In Strienau fiel das nicht weiter auf, da der alte Herr Rat, der zudem einen stadtbekannten Herzfehler hatte, über jeden schnöden Verdacht erhaben war. Außerdem war es ja eine richtige Nichte von ihm. Wie diese näheren Verwandtschaftsbeziehungen gestaltet waren, darin gingen die Meinungen der guten Strienauer allerdings auseinander, denn Polly hielt sich unter ihrem Mädchennamen auf.