„Damn!“ entfuhr es Dodd, der jetzt erst die Schwierigkeit seines Unternehmens ganz übersah. „Und auf Grund dieses defekten Apparats ist es möglich gewesen, daß in der Zelle, wo Sie nach Ihren Registern den Urkundenfälscher Emil Popel vermuten, ein ganz anderer Mann sitzt, und zwar der Millionendieb Peter Voß aus St. Louis.“
„Herr!“ rief der Direktor und sprang auf.
Dann holte er die Akten Emil Popels herbei und verglich selbst den Fingerabdruck, der sich darin befand, mit dem Abdruck, den Dodd auf dem Wandkalender vorwies.
„Sie gleichen sich aufs Haar!“ sagte Dodd hochbefriedigt und steckte das vortreffliche Beweismaterial ein. „Peter Voß hat sich für Emil Popel einsperren lassen.“
„Aber das ist ja eine komplette Verrücktheit!“ schrie der Direktor und schlug mit der Hand auf die Akten.
„Das war vor etlichen Tagen auch meine Meinung!“ gestand Dodd und erhob sich. „Aber ich bin davon abgekommen. Die Sache ist gar nicht so verrückt, wie sie im ersten Augenblick erscheint. Dieser Peter Voß hat schon einmal freiwillig im Gefängnis gesessen. Es ist also nicht das erstemal, daß er zu diesem Trick greift. Denn wo ist er vor mir sicherer? Und außerdem kann er sich, sobald er das Jahr abgesessen hat, um so ungestörter als Emil Popel dem Genuß der gestohlenen Millionen hingeben.“
„Bab!“ machte der Direktor und fiel auf den Stuhl zurück.
„Für mich ist dies vielmehr der vollgültige Beweis,“ fuhr Dodd fort, „daß ich es hier mit einem Verbrecher von unerhörtem Raffinement zu tun habe, wie er mir noch niemals unter die Finger gekommen ist. Aber nun hab ich ihn doch erwischt! Wollen Sie mich zu ihm lassen?“
Der Direktor klingelte einem Beamten, der mit angezündeter Laterne die drei Treppen emporstieg bis auf den obersten Korridor. Dodd folgte ihm auf dem Fuße, der Direktor machte den Beschluß.
Leise schüttelte er den grauen Kopf. Die Sache war ihm denn doch zu toll und unglaublich, mit einem Wort: zu amerikanisch.