„Onkel!“ rief sie erstaunt und schlug die Hände zusammen. „Du bist schon zurück?“
Allein der vermeintliche Onkel schloß sie außerordentlich herzhaft in die Arme und gab ihr einen sehr langen, innigen Kuß auf den Mund.
An diesem Kuß erkannte sie ihren Peter wieder. Ohne ein Wort zu sagen, mit geschlossenen Augen, ließ sie sich in das Schlafzimmer des Onkels ziehen. Die Haushälterin war zum Glück ausgegangen. Peter Voß, der falsche Landgerichtsrat, hätte sie sonst sicher mit einem Briefe fortgeschickt.
Er riß sich die Kleider vom Leibe und griff in des Onkels Schrank, um sich neu auszustaffieren. Inzwischen erzählte er seine Abenteuer. Er hatte sofort gemerkt, daß Polly vom Onkel inzwischen aufgeklärt worden war. Sie stellte keine Fragen, wenn ihr auch in seinem kurzen, abgehackten Bericht manches unklar blieb.
„Dodd hat dich entdeckt!“ rief sie außer sich. „O dieser Schwindler! Und hier erzählte er, daß er die Verfolgung aufgeben wolle.“
„Also sieh dich vor!“ lachte Peter Voß und stieg in seines Onkels besten Anzug. „Er hat dich durchschaut. Er will sich deiner entledigen. Jetzt kannst du ihm nichts mehr helfen. Er hat es herausgefühlt, daß du gegen ihn arbeitest. Bleib also hier beim Onkel.“
„Nein, nein!“ rief sie leidenschaftlich. „Ich trenne mich nicht mehr von dir. Ich lasse dich nicht allein abreisen.“
„Nimm Vernunft an!“ rief Peter Voß, faßte sie mit beiden Händen beim Kopf und küßte sie dermaßen ab, daß ihr die Luft wegblieb. „Ich muß allein reisen. Bedenke doch, du würdest Dodd nur in die Hände arbeiten.“
Da fing sie bitterlich zu weinen an.
„Aber es gibt einen Ausweg!“ rief er, indem er sich den Schlips umband. „Ich sehe ein, es ist nötig, daß wir uns hin und wieder treffen. Also merk auf. Hier beim Onkel ist die Vermittlungsstelle. Ich werde hierher hin und wieder ein chiffriertes Telegramm senden. Daraus wird hervorgehen, wo du mich finden kannst. Und du bist imstande, mir auf dieselbe Weise deinen Aufenthaltsort mitzuteilen. Das ist eine großartige Idee! Wir werden uns wiedersehen, wenn die Luft rein ist, und uns trennen, sobald Dodd im Anzuge ist. Bist du damit einverstanden?“