„Aber Gas!“ belehrte er sie und krebste mit Händen und Füßen weiter. „Wenn nämlich so ein Gasrohr in der Mauer platzt, dann dringt das Gas in die Wände und kommt irgendwo heraus, wo man es gar nicht ahnt.“

Und wieder strich er ein Streichholz an.

„Aber ich rieche doch nichts!“ begehrte sie auf.

„Dann schaffen Sie sich nur eine bessere Nase an!“ riet er ihr wohlwollend. „Ich rieche es. Und wo ich was rieche, da muß ich meine Pflicht tun. Sie brauchen gar keine Angst zu haben, daß ich was einstecke. Wenn ich hier aus dem Hause gehe, werde ich meine Taschen umkehren, nur damit Sie ruhig schlafen können.“

Da ließ sie ihn wieder allein, und er durchsuchte das ganze Schlafzimmer von unten bis oben, von einer Ecke bis zur anderen. Er klopfte die Wände ab, um Gasröhren zu suchen und um Millionen zu finden.

Plötzlich klang die Wand hohl. Da befand sich ein Stahlschränkchen. Aber weder Türritze noch Schlüsselloch waren zu entdecken.

Aha! dachte er und ging ins Nebenzimmer, wo der Schreibtisch des Landgerichtsrats stand. Hier fand er die Tür des Wandschränkchens mit einem kunstvoll geschnittenen Schlüsselloch. Aber er zog nicht die Nachschlüssel heraus. Der breite Schreibtisch, dessen Türen und Fächer unverschlossen waren, erweckte sein Interesse in weit höherem Maße. Fanden sich hier die Millionen, dann brauchte er nicht das Schränkchen zu öffnen. Mit schnellen Fingern begann er in den Fächern zu wühlen, immer bereit, auf den nächsten Stuhl zu springen, von dem aus er die Gaskrone, die in der Mitte des Zimmers hing, erreichen konnte.

Doch die Haushälterin ließ ihn in Frieden. Aber weder die Millionen noch irgend ein Beweis für das Einverständnis zwischen Onkel und Neffen kamen zum Vorschein. Nun machte sich Dodd an den breiten, zweitürigen Bücherschrank, ohne aber irgendwie seinem Ziele näherkommen zu können. Endlich war noch eine alte geschnitzte Truhe und das Zigarrenschränkchen zu untersuchen. Als diese Arbeit beendet war, hatte sich die Wahrscheinlichkeit, daß die beiden Millionen im Wandschrank lagen, bedeutend erhöht.

Jetzt half nichts mehr, das Schloß mußte daran glauben. Schon zuckte seine Hand nach dem Schlüsselbund, da erklang draußen die Glocke. Der Landgerichtsrat und Polly, von dem Spaziergang aufs beste angeregt und erfrischt, kamen zurück.

Sofort sprang Dodd zum Schreibtisch und fuhr mit dem brennenden Streichholz an dem Gummischlauch der Schreibtischlampe hin und her.