Dodd hatte es nicht so eilig. Er übergab seinen Gepäckschein einem Dienstmann mit der Weisung, die beiden großen Koffer und die Handtasche, deren Verschluß er sorgsam prüfte, ins Hotel Esplanade zu schaffen.

Dann fuhr er aufs Polizeipräsidium, um sich zu legitimieren und sich die Unterstützung der Behörde zu sichern. Nach einer viertelstündigen Konferenz mit dem Direktor der Kriminalabteilung machte sich Dodd in Begleitung eines mittleren Beamten in Zivil nach dem Esplanade-Hotel auf.

Hier war Polly eben abgestiegen und hatte sich Zimmer 217 geben lassen. Xaver Tielemann alias Peter Voß hatte sie nicht ankommen sehen, denn er war gerade mit dem Gepäckfahrstuhl im dritten Stock. Aber ihren Koffer kannte er um so genauer. Er stürmte damit den Gang entlang und platzte, ohne anzuklopfen, ins Zimmer hinein. Polly hatte gerade ihren Hut abgelegt und ordnete sich vor dem Spiegel ihr Haar.

„Empörend!“ rief sie außer sich. „Können Sie denn nicht anklopfen?“

„Nein!“ grinste Xaver Tielemann, der Hausdiener, stellte den Koffer auf den Bock, schloß die Tür ab und ging auf Polly los. „Hier wird das so gemacht!“

Schon wollte sie losschreien, da erkannte sie ihn an seinen Augenwinkeln.

„Peter!“ seufzte sie und sank ihm in die Arme. „Endlich!“

Zehn Minuten dauerte es, bis sie sich sattgeküßt hatten. Xaver Tielemann sprang auf, nahm in die linke Hand seine Mütze, in die rechte die Türklinke und machte ein linkische Verbeugung.

„Wünschen das gnädige Fräulein sonst noch was?“ grinste er höflich.

„Aber Peter!“ rief sie und die Freudentränen standen ihr in den Augen. „Du bist hier wirklich Hausknecht?“