„Allright!“ antwortete der Direktor lächelnd. „Wenn er darauf eingeht und Sie die Differenz bezahlen.“

Damit erklärte sich Dodd einverstanden. Der Direktor telephonierte einmal nach Zimmer 218, dann nach Zimmer 216, dann mit der Zentrale, und die Sache war für ihn erledigt. Der Gast aus 216 war damit einverstanden, nach Zimmer 141 überzusiedeln.

„216!“ sagte der Portier und schrieb mit Kreide die Nummer an die beiden Koffer und an die Handtasche. Xaver Tielemann trug die Gepäckstücke in den Fahrstuhl.

Zwei Minuten später schleppte er sie in das Zimmer 216, wo der ausquartierte Gast eben mit Packen beschäftigt war. Peter Voß benachrichtigte seinen Kollegen vom unteren Korridor, die Sachen zu holen.

Dodd ließ sich vorerst nicht sehen. Er war so diskret, seinen Vorgänger erst ausziehen zu lassen.

Am besten ist es, ich kneife sofort aus! dachte Peter Voß und pochte an die Tür des Nebenzimmers, um von Polly Abschied zu nehmen.

Doch sie war nicht da. Er bekam sie auch in den folgenden Stunden nicht zu Gesicht, wie sehr er sich auch nach ihr umsah. Sie war offenbar ausgegangen.

Um sechs Uhr wurde er abgelöst und zog sich in seine Schlafkammer zurück. Er holte die Fessel ans Licht und studierte ihren Mechanismus. Die Handschellen standen offen. Beim geringsten Druck schnappte ein Haken ein, der sich automatisch sicherte. Peter Voß durchzuckte ein guter Gedanke. Er suchte sich eine Feile und begann diese Haken zu verbessern. Es war ein mühseliges Stück Arbeit. Aber seine Ausdauer wurde belohnt. Er probierte mehrmals. Der Haken schnappte wohl ein, aber er öffnete sich von selbst wieder, wenn man kräftig an der Kette riß. Er legte sich die schmalen Stahlreifen an die Handgelenke, ließ sie einschnappen und riß daran und sofort fielen sie ab. Nun blieb nur übrig, die verbesserte Fessel wieder in Dodds Handtasche zurück zu praktizieren. Doch das hatte seine Schwierigkeiten.

Dodd schickte sich inzwischen an, mit Zimmer 217 in kriminalistische Verbindung zu treten. Zu diesem Zwecke entnahm er seinem Koffer ein eigentümliches Instrument eigener Erfindung, den Empfänger eines lautsprechenden Telephons, der wie ein Schlüssel geformt war. Die aufnehmende Membrane hatte die Größe des Schlüsselbartes.

Er öffnete die innere Zwischentür und steckte das Instrument durch das Schlüsselloch der zweiten. Die Schwierigkeiten, die sich ihm entgegenstellten, besiegte er mit der ihm eigenen Hartnäckigkeit. Zuerst überzeugte er sich, daß Polly nicht anwesend war, dann stieß er den Schlüssel, der auf der anderen Seite steckte, zurück, daß er klirrend herunterfiel, und verbog mit einem Meißel die jenseitige Lochplatte. Nun schob er seinen niedlichen Apparat hindurch, so daß die Membrane wie ein ovaler Knopf unter der Türklinke in das andere Zimmer hineinragte, und schaltete den Strom ein, indem er den Kontakt in die Steckdose seiner Nachttischlampe drückte.