Dann horchte er angespannt. Deutlich hörte er das Ticken einer Taschenuhr. Und er nickte befriedigt. Auch das leiseste Gespräch konnte man mit diesem ingeniösen Maschinchen behorchen, nur mußte man aufpassen, daß der Apparat nicht lauter sprach als der Belauschte.
Zu diesem Zweck war ein veränderlicher Stromwiderstand eingeschaltet, der vermittelst eines kleinen Hebels bedient werden konnte.
Dodd zog den Horcher zurück, schob den Meißel ins Schlüsselloch, damit der drinnen heruntergefallene Schlüssel nicht wieder ins Loch zurückgesteckt werden konnte, und wartete. Das war überhaupt seine Stärke.
Gegen acht Uhr kehrte Polly heim und wartete auf Peter. Doch der saß jetzt im Dienstzimmer und beobachtete den großen Schaltkasten an der Wand, der bald diese, bald jene Nummer zeigte. Dazu gab es draußen auf dem Korridor lautlose Lichtsignale.
Es war ihm im übrigen etwas schwül zumute. Am einfachsten war es, Fersengeld zu geben, ohne erst von Polly Abschied zu nehmen. Denn daß Dodd im Nebenzimmer auf der Lauer lag und jeden bei seiner Nachbarin Aus- und Eintretenden überwachte, war so gut wie sicher. Er hätte es an seiner Stelle genau so gemacht.
Dodd lauschte, das Ohr am Schlüsselloch, und stellte fest, daß Polly außerordentlich unruhig war. Sie erwartete ihren Mann, den Millionendefraudanten. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und drückte auf den untersten Klingelknopf. Dodd streckte den Kopf durch die Korridortür. Das Lichtsignal wies auf den Hausdiener.
Hm! dachte Dodd, ohne Argwohn zu schöpfen, und brachte wieder das Ohr ans Schlüsselloch.
Ein Gespräch mit dem Hausdiener zu belauschen, dazu genügte sein natürlicher Horchapparat.
„Nummer 217!“ rief ein Kellner. „Hausdiener!“
Xaver Tielemann hob den Kopf. Jetzt war es zu spät zum Auskneifen. Er mußte ins Gefecht. Und er stand auf und tat seine Pflicht.