Peter Voß aber fuhr von Thorn aus, nachdem er sich bei einem Althändler einen Schafpelz und eine Pelzmütze gekauft hatte, ins heilige Rußland hinüber.

15.

Die Pelzmütze über beide Ohren gezogen, den Kragen hochgeklappt, im linken Mundwinkel eine russische Zigarette, stiefelte Peter Voß durch Warschaus verschneite Straßen. Glücklich war er als Iwan Basarow durch die Paßrevision geschlüpft.

Er suchte ein Postamt, von dem aus er nach Strienau telegraphieren konnte.

Da knallte es mehrmals, und eine Kugel flog ihm an der Nase vorbei.

Pfui Deibel! dachte er und zog den Kopf tiefer in den Pelzkragen. Hier wird geschossen und dazu noch scharf. Da ist es wohl am besten, ich verduft gleich nach Moskau.

Und daran tat er gut, denn in Warschau war wieder einmal eine kleine Revolution im Gange.

Seine Fahrt nach Moskau gestaltete sich etwas wild. Bald mit Eisenbahn, bald mit dem Schlitten drang er nach Osten vor, immer darauf bedacht, seine Spur zu verwischen.

So kam er nach Bolowsk, dem nördlichen Zipfel des Gouvernements Witebsk. Jetzt wollte er es wieder mit der Eisenbahn versuchen.

Auf der Trödlergasse in Bolowsk wechselte er sein deutsches und sein amerikanisches Geld in russisches um. Dann unterzog er seine Brieftasche, die schon recht strapaziert aussah, einer eingehenden Revision. Es schien ihm rätlich, sich, solange er in Rußland war, von seinen amerikanischen Papieren zu trennen. Einfach wegwerfen wollte er sie nicht. Wie leicht konnten die Kupferpapiere mit einem Sprung in die Höhe gehen, so daß er sich plötzlich vor die Notwendigkeit gestellt sah, seine Identität mit Peter Voß zu beweisen. Sein Kurs lief ostwärts durch Sibirien. Dahinter lag Japan. Sofort entschloß er sich, sie hauptpostlagernd nach Tokio zu senden, und zwar auf den Namen des Studenten Iwan Basarow.