Also ging er aufs Postamt und drückte dem Beamten einen Fünfrubelschein in die Hand.

„Ich möchte ein chiffriertes Telegramm nach Deutschland aufgeben.“

„Bitte!“ erwiderte der Beamte freundlich. „Vielleicht glückt es.“

Nun war guter Rat teuer. Ein Hotel in Moskau kannte Peter Voß nicht. Das einzige Gebäude, von dem er den Namen wußte, war der Kreml, den jedes Schulkind kennt.

Ein Tor wird er wenigstens haben! dachte er, indem er die Feder ansetzte. Und wenn er mehrere Tore hat, dann ist eins davon sicher das Haupttor.

Und er setzte kurz entschlossen folgendes Telegramm auf: „Frau Polly Voß Strienau Landgerichtsrat Pätsch Freitag 12 Uhr Moskau Kreml Haupttor.“

Diese Mitteilung übersetzte er nach dem alten Rezept in Ziffern. Dann reichte er es dem Beamten, der ohne weiteres an den Apparat ging und die Zahlen herunterklapperte, nachdem er die Leitung über Dünaburg, Wilna nach Warschau frei gemacht hatte.

Das Telegramm lief am Abend in Strienau ein und wurde von dem Landgerichtsrat a. D. in kurzer Zeit entziffert.

„Dein Mann wünscht mit dir ein Rendezvous in Moskau!“ sprach er lächelnd zu Polly. „Es ist nur gut, daß wir schon deinen Paß besorgt haben. Allerdings reicht er nur bis Warschau. Dort mußt du ihn verlängern lassen.“

„Du willst mich allein reisen lassen?“ fragte sie ängstlich.