Unterdessen war der Paß Iwan Basarows auf das eingehendste visitiert worden und hatte sich als echt erwiesen. Allein eine Eintragung in der Verdächtigenliste der politischen Polizei erwies sich als mindestens ebenso echt. Danach war der Student Iwan Basarow vor knapp zwei Jahren wegen politischer Geheimbündelei und Verschwörung zu zehn Jahren Zwangsarbeit nach Sibirien verbannt worden. Und die kurze Notiz, die darunter stand, war wohl das Echteste vom Echtesten. Sie besagte nichts anderes, als daß dieser notorische Verbrecher im dritten Monat seiner Strafzeit mit mehreren anderen aus dem Bergwerk Petrokowskji bei Dui auf Sachalin über die japanische Grenze entwichen war.
Dieser sehr wenig erfreuliche Bescheid ging nun mit Beschleunigung an den untersuchenden Polizeileutnant zurück und wurde Peter Voß vorgelesen.
„Bist du dieser schlechte Hund?“ brüllte ihn der Beamte an.
„Es ist möglich!“ bekannte Peter Voß nachdenklich. „Ich kann mich auf jene Vorgänge nicht mehr so genau besinnen, da ich voriges Jahr ein schweres Nervenfieber gehabt habe, wodurch mein Gedächtnis sehr gelitten hat.“
Er wurde wieder in die Zelle gesperrt, und die Akten kamen an den Gerichtshof der politischen Polizei. Da Peter Voß steif und fest behauptete, Iwan Basarow zu sein, und nicht bestritt, aus Petrokowskji ausgebrochen zu sein, lag die Sache sonnenklar.
Und stracks wurde er verurteilt, seine unterbrochene Zwangsarbeit in dem Bergwerk Petrokowskji bei Dui auf Sachalin wieder aufzunehmen. Für sein Entweichen bekam er weitere zehn Jahre zudiktiert.
Wenn es sein muß! dachte er und sträubte sich nicht, als man ihn in ein anderes Gefängnis überführte. Wo dieser Iwan Basarow ausreißen konnte, da finde ich wohl auch ein Loch. Von Sachalin nach Japan ist nur ein Sprung.
Seine Brieftasche wurde mit Beschlag belegt, sein Vermögen der Staatskasse für verfallen erklärt. Bobby Dodd zu benachrichtigen, fand man gar nicht für nötig. Er erhielt erst Kunde davon, als er auf der Polizei erschien, um sie sich selbst zu holen.
„Nach Sibirien!“ stieß er heraus, und zum ersten Male verließ ihn seine Fassung. „Der Kerl ist toll! Es ist Peter Voß. Ich werde einen neuen Beweis bringen.“
Und sofort eilte er zu Polly zurück, die noch beim Frühstück saß.