„Sie deportieren ihn nach Sibirien!“ rief er atemlos. „Der Mann, für den er sich ausgibt, ist ein entflohener Sträfling.“

Polly legte das Messer hin und starrte ihn wortlos an. Sie glaubte ihm einfach nicht. Diese Nachricht war nur erfunden, um sie aus der Fassung zu bringen.

„Was werden Sie tun?“ fragte sie ruhig, nahm das Messer wieder auf und strich sich den Honig aufs Brötchen.

„Ich werde ihm nachreisen!“ erwiderte er, noch immer außer sich. „Und Sie müssen mitkommen, Mrs. Voß. Sie müssen seine Identität nachweisen. Sie müssen ihn befreien.“

Jetzt merkte sie endlich, daß er die Nachricht nicht erfunden hatte, und vor Schreck blieb ihr der Bissen im Halse stecken. Ein Zittern überfiel sie. Sie bekam einen Erstickungsanfall. Schnell flößte er ihr einen Schluck Wasser ein. Es gelang ihr, den Bissen zu bezwingen, damit aber war auch der ganze Anfall vorüber.

„Ist es sehr schlimm, nach Sibirien transportiert zu werden?“ fragte sie mit schwacher Stimme.

„O!“ rief er entsetzt. „Es gibt nichts Schlimmeres. Es ist die Hölle!“

Aber sie hatte sich schon gefaßt, griff wieder nach dem Brötchen und versuchte schon, zu lächeln.

„Sie übertreiben,“ wehrte sie ab. „Ich glaube vielmehr, Mr. Voß hat das kleinere Uebel gewählt. Ich kenne ihn. Er ist nicht verrückt. Er ist nur sehr mutig. Ich werde ihm nachreisen. Und Sie, Mr. Dodd?“

„Ich werde mich Ihnen anschließen!“ sagte er und ließ sich auf den Stuhl fallen. „Wenn Sie es erlauben.“