Dodd entwarf ihr eine humoristische Schilderung des Bergwerkdirektors.
„Denken Sie lieber an unsern Vertrag!“ sprach sie gelangweilt. „Strengen Sie Ihren Geist an, ein Mittel zu finden, wie wir ihn befreien können.“
„Dieser Direktor gehört dazu!“ sprach er ernsthaft und schilderte ihn weiter. „Wir werden ihn bestechen, daß er ihn entfliehen läßt. Das Bergwerk liegt eine Stunde von der Küste. Wir werden einen kleinen Dampfer mieten!“
„Also wie in St. Malo?“ fragte sie interessiert.
„Jawohl!“ bestätigte er. „Nur ins Russische übersetzt.“
Dann schlug er ihr einen Spaziergang nach dem Hafen vor und sie nahm ohne Zwang seinen Arm, den er ihr anbot. Sie waren ja wieder Bundesgenossen geworden. In Dodds Herzen rührte sich wieder ganz bedenklich die alte Liebe.
Seine Lage wurde immer verzwickter.
Peter Voßens Lage aber war viel einfacher. Er befand sich als Iwan Basarow mit etwa dreißig andern schweren Verbrechern im Hofe des Gefängnisses zu Slatoust und wartete darauf, mit der sibirischen Bahn nach Osten befördert zu werden. Er war von seiner Verhaftung in Moskau an ganz langsam und gemächlich von einem Gefängnis zum andern abgeschoben worden, immer in der Richtung nach Sibirien zu, um in Slatoust Anschluß an einen größeren Verbrechertransport zu finden. Sein Schicksal, besonders den Empfang auf Sachalin, malte er sich durchaus nicht in rosigen Farben aus.
Er war überhaupt nicht beneidenswert. Die russischen Staatsverbrecher lernten weder die französische Galanterie noch die preußische Korrektheit kennen. Aber eine gewisse Gutmütigkeit war den russischen Soldaten und Gefängniswärtern nicht abzusprechen. Flegel, Grobiane und Berserker ließ Peter Voß über sich ergehen wie der Schlehdorn den Hagelschlag. Einmal bekam er unversehens einen Knutenhieb über den Rücken.
Pfui Deibel! dachte er und rieb sich die getroffene Stelle an der Wand. Auf die Dauer kann das höchst unangenehm werden! Ich muß wirklich darauf sinnen, wie ich weiter komme!