Jim Stockes blieb nichts übrig, als zu gehorchen.
Dodd fuhr zuerst nach seiner Wohnung, um seine Koffer, die immer fertig gepackt waren und alles Nötige enthielten, mitzunehmen.
Fünf Minuten später knatterte der hundertundzwanzigpferdige Riesenwagen von William Webster u. Son, bei dem eine Panne von vornherein ausgeschlossen war, über die St. Louis Bridge. Unermüdlich warf dieses schnaubende Ungetüm einen Kilometer nach dem andern hinter sich. Da es nirgends Halt machte, überholte es spielend den schnellsten Expreßzug. Der eine Chauffeur schlief, der andere fuhr.
„Tahitaha!“ schrie das Signalhorn.
Polly lehnte in den Polstern und war bald vor Erschöpfung eingeschlafen. Auch Dodd schloß die Augen. Noch konnte er sich Ruhe gönnen. Polizeileute und Passanten schimpften hinter dem stinkenden, ratternden Untier hinterdrein. Am Abend hatte es Cincinnati erreicht.
Das gelbe Automobil mit seinem bärtigen Insassen war hier gegen Mittag mehrfach beobachtet worden, hatte Benzin eingenommen und war in östlicher Richtung verduftet. Zehn Minuten Aufenthalt genügten, um das festzustellen.
„Also doch nach New York!“ rief Dodd verwundert.
Es war jetzt kein Zweifel mehr möglich, Peter Voß war ein Irrsinniger.
Dann ging es weiter durch die Nacht nach Osten. Vier Scheinwerfer, blendend wie Sonnen, klärten den Weg auf. Polly schlief, sie hatte sich an das Trompetengeschrei des Signalhorns schon gewöhnt. Dodd flößte ihr zuweilen ein Glas Wein ein.
Denn er war nicht nur ein Gentleman, sondern er hatte auch ein warmes Herz. Das schöne, zarte, unschuldige Geschöpf, das da in den Kissen lag, dauerte ihn aufs höchste. Dieses entzückende Wesen, hilflos wie ein Kind, war an einen geisteskranken Millionendieb gekettet und liebte ihn obendrein. Als wenn es nicht genug anständige Männer auf der Welt gäbe! Und Dodd warf schnell einen zufriedenen Blick auf sein Bild, das ihn aus dem schmalen Wandspiegel herausfordernd ansah.