Am nächsten Abend kam die Antwort: „Geld in Nikolajewsk Sibirische Bank.“

Dodd und Polly fuhren sofort hinüber, um es zu holen. Polly behielt die Hälfte des Geldes.

Der Direktor von Petrokowskji aber wartete. Er nahm das vorgeschlagene Geschäft durchaus von der ernsten Seite. Er gedachte die ersten 50 000 der nihilistischen Rubel einzustecken, dann wollte er versuchen, nicht nur die zweite Rate, sondern womöglich noch mehr zu ergattern, ohne Iwan Basarow freizugeben. Schlug das fehl, wollte er dem Gefangenen wohl die Flucht ermöglichen, um die zweiten 50 000 einzusäckeln, dann aber nicht nur Iwan Basarow, sondern auch seinen Freund und Befreier einfangen lassen. Dazu waren nicht einmal die Kosaken nötig, das konnte er von seinen Wärtern besorgen lassen. Und so wurde die Sache nicht erst an die große Glocke gehängt. Dann wollte er die beiden Nihilisten so lange peinigen, bis er ihnen die letzte Kopeke abgepreßt hatte, seinen Abschied einreichen und nach Nizza übersiedeln, nicht ohne die beiden Nihilisten seinem Nachfolger warm ans Herz gelegt zu haben.

Dodd hatte dagegen einen ganz anderen Plan. Er nahm das vorgeschlagene Geschäft von der allerernsthaftesten Seite. Da Jim Stockes das Geld geschickt hatte, war Dodd skrupellos genug, es seiner Bestimmung zuzuführen. Aber 50 000 Rubel waren auch genug! Der Haken, an dem die Aktion festgeraten konnte, lag nicht bei dem Direktor, sondern bei Peter Voß. Gutwillig würde er sich nicht befreien lassen.

Aber es gab ein vortreffliches Mittel, Peter Voßens Willen völlig auszuschalten. Und das war der springende Punkt in Bobby Dodds reichlich erwogenem Plan.

Der Direktor, der sich trotz seiner schnöden Absichten wie ein ehrlicher Makler vorkam, verlor allmählich seine Geduld und unterhielt sich inzwischen damit, seinen Iwan Basarow zu beobachten, der eben den Misthaufen zum 463. Male über den Hof karrte.

Da trat Dodd zum Direktor herein und zahlte ohne lange Einleitungen die erste Rate von 50 000 Rubel auf den Tisch.

„Danke!“ sagte der Direktor und steckte das Geld sorgfältig in die Brusttasche. „Sie dürfen jetzt zu ihm hinuntergehen.“

„O, das hat keine Eile!“ versetzte Dodd, nachdem er sich durch einen Blick aus dem Fenster überzeugt hatte, daß Peter Voß die Grenze des Irrsinns noch vor sich hatte. „Es ist mir sogar lieber, dieser Millionendieb kommt etwas aus dem Gleichgewicht. Ich warte gern die Wirkung Ihrer Methode ab. Es ist mir sogar sehr erwünscht, wenn der Mann in die Zwangsjacke gesteckt wird. Wann werden Sie ihn so weit haben? Ich muß das ungefähr wissen, da ich ihn auf einem Wagen abholen werde. Ich bringe ihn dann nach Dui hinunter und sofort auf den ersten Dampfer, der nach Japan geht. Sie haben nur dafür zu sorgen, daß die Flucht nicht vor dem dritten Tage entdeckt wird.“

„Und die zweite Rate?“ fragte der Direktor begierig.