Das Gebirge, in dessen Schutze er die Grenze überquert hatte, fiel langsam zur Terpjenjabai ab. Sein Augenmerk war auf zwei Dinge gerichtet, erstens möglichst schnell ans Meer zu gelangen, und zweitens möglichst weit von der Telegraphenlinie abzubleiben, die auf der andern Seite der Bai weit nach Süden hinablief.
Als er endlich das Meer aufblinken sah, bemerkte er einen Bohrturm und ein paar Petroleumbassins daneben. Auf der Reede, nicht weit vom Strande, lag sogar ein Petroleumdampfer, der nach Nagasaki bestimmt war.
Jokohama wäre mir allerdings lieber gewesen! dachte Peter Voß und ging an Bord, um sich dem Kapitän als Matrose anzubieten.
Das war ein kleiner, geschmeidiger Japaner, der ein paar Brocken Englisch konnte, aber keine Lust hatte, einen russischen Flüchtling mitzunehmen.
Aber er mußte ihn doch mitnehmen. Peter Voß hatte bei seinem Besuch genug gesehen, um in der Nacht wieder an Bord gelangen zu können. Er schwamm eine kurze Strecke, erreichte eine Schute, die längsseits lag, und versteckte sich im Kettenkasten des Dampfers.
Als der Anker am Morgen heraufgeholt wurde, nahm sich Peter Voß in acht, daß er mit der schweren Kette nicht in Kollision kam. Vier Stunden später erschien er an Deck.
Der Kapitän überschüttete ihn mit einem Schwall wutgetränkter Worte und wollte ihn höchsteigenhändig über Bord werfen. Peter Voß streifte sich langsam beide Aermel hoch, da kamen ein paar tätowierte Seemannsarme zum Vorschein. Das schien den Kapitän einigermaßen zu beruhigen. Er verlangte von Peter Voß, er solle in den Heizraum steigen, um Kohlen zu trimmen.
„Warum nicht!“ lachte Peter Voß und gehorchte. „Arbeit schändet nicht. Besonders, wenn es eine vernünftige Arbeit ist. Lieber japanische Kohlen trimmen als russischen Mist karren!“
Und er trimmte, daß den beiden japanischen Heizern angst und bange wurde, so flogen ihnen die schweren Kohlenkörbe an den Nasen vorbei. Aber dafür aß Peter Voß noch einmal so viel als sie beide zusammen.
Dodd aber saß in Dui und kämpfte mit der ihm eigenen Zähigkeit um seine Freiheit. Er telegraphierte nach St. Petersburg, nach Moskau, nach New York, nach St. Louis. Nichts wollte helfen. Schließlich wollte er es mit der Kraft des blanken Rubels versuchen. Da aber stieß er auf Pollys Widerstand, die das Geld in Verwahrung hatte.