Oben bin, oben bleib ich! dachte Peter Voß, verdrehte auf der Stelle die Augen und fiel so natürlich auf die sauberen Planken, daß der Offizier sofort dem Bootsmann flötete, um den ohnmächtigen Feuermann augenblicklich ins Lazarett bringen zu lassen. Auch als er im Bett lag, rührte Peter Voß keinen Finger. Der Schiffsarzt bemühte sich vergeblich, ihn ins Bewußtsein zurückzurufen. Er stach ihm sogar mit einer Nadel in die Herzgrube und unter die Fingernägel. Es tat einfach scheußlich weh. Aber Peter Voß hielt dieser medizinischen Tortur stand wie ein Held.
Aber mit der Wimper hatte er doch gezuckt. Deshalb glaubte der Arzt, auf die Siegellackprobe verzichten zu dürfen. Er stellte Ohnmacht fest, verordnete Ruhe, gab dem Lazarettgehilfen die nötigen Weisungen und ging auf die Brücke, um den Vorfall dem Kapitän zu melden. Aber der hatte den Kopf voll, denn der Dampfer sollte in wenigen Stunden wieder in See gehen, daß er sich durch einen ohnmächtigen Heizer nicht von der Weinflasche weglocken ließ, hinter der er mit dem Agenten saß.
„Lassen Sie den Mann ruhig liegen!“ befahl er kurz. „Er wird schon wieder zu sich kommen.“
Also schlief Peter Voß zum ersten Male wieder seit langer Zeit in einem ordentlichen sauberen deutschen Bett. Um Mitternacht erwachte er, stellte fest, daß sich der Dampfer bereits auf hoher See befand, legte sich beruhigt von Steuerbord nach Backbord und schlief weiter.
Am nächsten Morgen bei der Ronde erschien der Kapitän an seinem Bett. Peter Voß gähnte und rieb sich die Augen. Er schaute den Kapitän verwundert an.
„Wo bin ich denn?“ fragte er ganz verblüfft. „Ich glaube, ich bin gestern in meiner Besoffenheit auf ein falsches Schiff geraten.“
„Der Kerl gehört ja gar nicht zu unserer Besatzung!“ rief der erste Maschinist empört.
Peter Voß kam hoch und machte ein ganz unbeschreiblich dummes Gesicht, als wäre er soeben erst vom Himmel heruntergefallen.
„Auf welchem Dampfer bist du gewesen?“ schrie ihn der Kapitän an und schüttelte ihn kräftig.
„Auf der ‚City of Bristol‘!“ log Peter Voß bestürzt. „Meine Effekten, meine Heuer! Ich muß nach Jokohama, sonst verlier ich sie. Lieber, bester Herr Kapitän, nehmen Sie mich mit, setzen Sie mich nicht unterwegs ab. Ich bin gänzlich mittellos. Ich will gern arbeiten. Ich verlange nichts umsonst. Helfen Sie einem Landsmann.“