„Ist das nicht ein bißchen wenig?“ knurrte er verstimmt.

Unterschrieben war der Steckbrief mit Bobby Dodd.

Da kam um die nächste Ecke, hinter der die Polizeioffice lag, ein Schutzmann gesaust, der an seinem Fahrrade einen Leimtopf hängen hatte. Vor der Anschlagsäule saß er ab, schwang den Pinsel quer über Peter Voßens Bart, und schon klebte darüber ein roter Zettel. Ohne sich umzusehen, sauste der Schutzmann die Straße hinauf zur nächsten Säule.

Peter Voß las mit steigender Verwunderung die Worte, die auf dem roten Zettel standen: „Der Flüchtling trägt keinen Bart, hat sich die Haare grau färben lassen und ist bekleidet mit einem gelben Staubmantel und gelber Automobilmütze.“

Jetzt wird’s brenzlich! dachte Peter Voß und sprang in die nächste Droschke, deren Kutscher er zurief, den Broadway hinunterzufahren.

Zunächst entledigte er sich seines Staubmantels, den er zusammengerollt neben sich legte. Bei dem nächsten großen Eckrestaurant ließ er halten und verschwand darin, um zwei Minuten später aus der anderen Tür mit einer blauen Mütze wieder zu erscheinen. Die Droschke ließ er im Stich. Der Kutscher mochte sich mit dem Mantel bezahlt machen.

Bald darauf tauchte Peter Voß in das Gewühl der Bovery, kaufte in einem Barbierladen eine Flasche braune Haarfarbe und ließ sich in einem kleinen Hotel ein Zimmer geben. Das Geld dafür mußte er im voraus bezahlen, da er außer Zahnbürste, Taschenmesser und Brieftasche kein Gepäck besaß. Hier wollte er seinem Haar wieder die alte Farbe verleihen, es gelang ihm aber daneben. Nachdem er eine Viertelstunde geschmiert und gerieben hatte, leuchtete ihm sein Scheitel im brennendsten Rot aus dem Spiegel entgegen.

Kein Wunder, denn die Haarfarbe war echt amerikanischen Ursprungs.

„Auch gut!“ rief er und verließ das Hotel.

Seine roten Haare, so kurz sie auch waren, erregten Aufsehen, und er freute sich diebisch darüber. Jetzt konnte er über den roten Zettel, der auf dem gelben Steckbrief klebte, lachen.