Nach einer halben Stunde riß Kapitän Flintwell an der Signalleine, der „King Edward“ brüllte einigemal dumpf auf. Seine Kessel bliesen schon Dampf ab. Um zehn Uhr lag er noch immer unbeweglich auf seinem Platze. Die Passagiere zogen sich in ihre Kabinen zurück.

19.

Dodd hatte inzwischen mit Hilfe der Polizei festgestellt, daß der Verbrecher nicht mit dem japanischen Dampfer gelandet war. Dieser Dampfer hatte überhaupt keine Passagiere in Honolulu abgegeben. Der Verdacht, auf eine falsche Spur gelockt worden zu sein, kam ihm nicht. Außerdem wäre dieser Verdacht durchaus ungerechtfertigt gewesen, denn er befand sich ja auf der rechten Spur. Der Verbrecher hatte also auf einer andern Route den Weg nach Valparaiso eingeschlagen. Auf dem „King Edward“ konnte er nicht sein, da er dann das Telegramm in Jokohama sehr viel früher hätte aufgeben müssen. Denn dieser Dampfer war gegen die „Klondyke“ ein langsames Schiff. Auch mußte man dann noch die Ueberfahrt von Jokohama nach den Philippinen in Berechnung bringen.

Doch hier stutzte er plötzlich. Er hatte keinen Beweis dafür, daß die Haushälterin das Telegramm umgehend zurückexpediert hatte. Es war also doch möglich, daß der Verbrecher an Bord des „King Edward“ war. War das der Fall, dann brauchte Dodd nichts zu überstürzen. Die Ueberfahrt nach Valparaiso dauerte mindestens drei Wochen.

Er fuhr mit der Polizeibarkasse zuerst zur „Klondyke“ zurück, wo die Trimmer und Heizer noch immer an den Kohlenpforten tätig waren, hörte hier, daß Mrs. Voß schon an Bord des „King Edward“ gegangen war, und trat zehn Minuten später über das Fallreep dieses Dampfers.

Polly erkannte ihn schon von weitem an seiner Stimme und schickte den Matrosen zum Kapitän mit der Nachricht, daß Mr. Dodd angekommen sei. Als Polly ihn begrüßte, rasselte die Ankerkette in die Höhe.

Sie hielt seine Hand fest und sprach mit zitternder Stimme. „Mr. Dodd, kommen Sie mit in meine Kabine, ich muß allein mit Ihnen sprechen. Ich bin mit meiner Kraft zu Ende. Helfen Sie mir, den Mann zu vergessen, dem meine Liebe zu wenig galt.“

Dodd reichte ihr den Arm und führte sie sorgsam die Stufen hinunter.

„O Mrs. Voß!“ sprach er leise. „Sie machen mich überglücklich. Ich werde den Schurken laufen lassen, so weit der Himmel blau ist. Sobald wir in Valparaiso angekommen sind, werde ich Stockes & Yarker den Auftrag zurückgeben.“

Dann klappte die Tür hinter ihnen zu, während sich die Tür der Nebenkabine leise auftat.