Jeden Morgen ging Peter Voß aufs Achterdeck des „King Edward“, der mit dreizehn Knoten Fahrt durch den Stillen Ozean auf Valparaiso zustrebte, schaute durchs Türloch, um sich zu überzeugen, daß sein Häftling noch vorhanden war, und fragte ihn, wo er die zwei Millionen Dollar versteckt hätte.

Bobby Dodd würdigte ihn tagelang überhaupt keiner Antwort.

„He!“ rief Peter Voß dringender. „Du wirst schon mürbe werden, du verdammter Millionendefraudant. Ich setze dich auf halbe Rationen, bis dir der Magen knurrt, und du vor Hunger um Gnade winselst.“

Dann aber schickte er ihm die doppelte Portion und zwei Flaschen Sekt.

Kapitän Flintwell wunderte sich darüber.

„Trinken Sie doch lieber den Sekt allein!“ meinte er beinahe beleidigt.

„Nur, wenn Sie mir Gesellschaft leisten!“ erwiderte Peter Voß und winkte dem Steward. „Ich habe meine eigene Methode. Die Verbrecher werden dadurch zutraulich und geben schließlich ihr Geheimnis preis. Mit der Güte kommt man immer am weitesten. Vielleicht kann man dem Mann eine weitere Erleichterung verschaffen, indem man ihm jeden Tag zwei Stunden zum Spazierengehen freigibt. Es müßte natürlich dafür gesorgt werden, daß er mit den Passagieren nicht in Berührung kommt.“

Das war für den Kapitän eine Kleinigkeit. Zwei Matrosen wurden abkommandiert, die Dodd während seines Spazierganges auf dem Achterdeck zu bewachen hatten. Er fand sich schließlich in die fatale Lage mit einigem Humor. Ob er nun im Hospital auf dem Achterdeck oder in der Kajüte auf dem Promenadendeck die Ueberfahrt machte, konnte ihm gleichgültig sein. Daß Peter Voß mit an Bord war, blieb die Hauptsache. In Valparaiso war die Sache doch zu Ende. Es galt nur die Gefahr abzuwenden, daß der Verbrecher in Valparaiso verschwand, bevor sich Dodd vor den Behörden legitimieren konnte.

„Wo haben Sie die Millionen versteckt?“ wiederholte Peter Voß zum zehnten Male seine Frage.

„Sie sind ein Narr!“ knurrte Dodd ärgerlich und drehte ihm den Rücken zu.