Der Kutscher, der die Kiste gebracht hatte, blieb ruhig auf seinem Bock sitzen. Da sprang ein Mann über den Fahrdamm, wollte in das Dock hinein und fühlte sich plötzlich von vier nervigen Fäusten gepackt. Denn dieser Mann trug nicht nur einen gelben Staubmantel, sondern auch eine gelbe Staubmütze, und hatte zum Ueberfluß etwas angegrautes Haar. Er sah aus wie ein Schauspieler auf Reisen.

Er schimpfte wie ein Rohrspatz, gab an, Frank Murrel zu heißen, und wollte als Jongleur und Zauberkünstler vom Metropol Varieté in London engagiert sein.

Sein Gesicht wies mit Peter Voßens Photographie einige Aehnlichkeit auf, besonders in der Stirn- und Augenpartie. Die Schutzleute aber waren ganz fest überzeugt, in ihm den Millionendieb gefaßt zu haben. Zum Unglück hatte der Mann kein Billett. Er behauptete frech, es läge noch auf der Agentur.

Er mußte mit zur Wache.

„Ich komme sofort wieder!“ sagte er zu dem Kutscher. „Geben Sie ja gut auf den Koffer acht! Es sind sehr zerbrechliche Theaterrequisiten darin.“

Der eine Polizist führte ihn ab, der andere verdoppelte seine Aufmerksamkeit. Bald darauf schlug die Uhr sechs, und die Dockarbeiter strömten ein und aus. Peter Voß hätte es jetzt wohl wagen können, unbemerkt bei dem Polizisten vorbeizuschlüpfen. Doch was hätte das geholfen? Ohne Billett hätte man ihn nicht auf das Schiff gelassen, und irgend einen Freund, den er hätte besuchen können, wußte er nicht an Bord. Obschon er immerhin als wahrscheinlich voraussetzen durfte, daß unter der vierhundertköpfigen Schiffsbesatzung einer seiner früheren Bekannten sein konnte.

Und deshalb blieb er stehen und wartete.

Gleich darauf traten drei handfeste Matrosen unter Führung eines noch kernigeren Bootsmannes an den großen Kistenkoffer. Dieser Mann gefiel Peter Voß auf den ersten Blick.

„Schneller!“ schrie er dem vierten Matrosen zu, der nun überaus gemächlich heranschlenderte. „Du gottverdammigter Hollandschmann, ich geb dir einen an deinen Achtersteven, daß du auf deinen Bauch sechzehn Knoten in der Stunde machst!“

Der Mann muß mein Freund werden! dachte Peter Voß und trat auf den Bootsmann zu.