„Na, denn nicht!“ meinte Peter Voß seelenruhig. „Ich liege hier drin sehr gut!“

Sam Fletcher hatte jetzt die Hände frei, aber seine Streichhölzer gingen auf die Neige. Das Messer warf er weg.

„Gebt das Feuerzeug heraus!“ befahl er.

Als Antwort begann Peter Voß laut zu schnarchen. Sein Wunsch war in Erfüllung gegangen, er lag im sicheren Koffer.

Fluchend begann Sam Fletcher ein neues Versteck zu suchen. Mit Hilfe des letzten Streichholzes fand er ein Loch, fühlte dahinter einen niedrigen Gang, eine Treppe, kroch auf allen Vieren immer tiefer in den Bauch des Riesenschiffes hinein, stieß sich da und dort blaue Flecke, purzelte und überschlug sich, kletterte über Kohlen und Stückgut und sank endlich, halb verzweifelt und erschöpft, auf ein paar weiche Säcke, wo er sofort einschlief.

Peter Voß unterzog währenddessen seine kleine Kabine einer gründlichen Untersuchung. Die elektrische Taschenlampe funktionierte vortrefflich. In einer Ecke war eine ganze Batterie Selterflaschen kunstvoll aufgeschichtet. Brot, kaltes Geflügel, Konserven und eingemachte Früchte nahmen im freundlichen Gemisch die andere Ecke ein. Die Whiskyflaschen waren leider leer. Trotzdem ließ es sich hier in diesem engen Kämmerchen ganz vergnüglich leben. Sogar ein paar Rollen Kautabak von der feinsten Sorte waren vorhanden.

Peter Voß labte sich an Speise und Trank und streckte sich in die weichen Kissen. Gleich darauf war er eingeschlafen und schlief so fest und tief, wie nur ein Mensch mit einem guten Gewissen schlafen kann.

Beim Morgengrauen erwachte auf Deck das Leben. Michel Mohr kam in den Kofferraum, fand Peter Voß nicht mehr vor und dachte sich das Nächstliegende, nämlich, daß er allein den Weg hinunter in den Laderaum gefunden hätte.

Dann trat er zum ersten Offizier und teilte ihm mit, daß Moritz Pietje ein paar Minuten Landurlaub haben wollte.

Das wurde in Anbetracht der kurz bevorstehenden Abfahrt verweigert. Nun ging Moritz Pietje ohne Erlaubnis an Land, und zwar über die beiden hinteren Festmachtrossen. Die zweitausend Dollar wollte er auf keinen Fall fahren lassen. Er wandte sich an die beiden Kriminalpolizisten, die den Eingang des Docks besetzt hielten, und meldete, daß er wüßte, wo ein Millionendieb sei. Aber erst wollte er die Belohnung haben. Der eine Beamte fuhr mit ihm auf die Polizeioffice. Auch da war Moritz Pietje ohne Geld nicht zum Sprechen zu bringen.