Dem Polizeioffizier, der ihn verhörte, blieb schließlich nichts anderes übrig, als zweitausend Dollar auf den Tisch zu legen.

Nun gab Moritz Pietje an, daß der Millionendieb an Bord der „Pennsylvania“ sei, und zwar in der Kammer des ersten Bootsmannes. Schnell wollte er das Geld einstecken. Aber er wurde eines Besseren belehrt. Erst mußte sich die Wahrheit der Aussage herausstellen. Also blieb Moritz Pietje ruhig sitzen und wartete. Die zweitausend Dollar waren ihm sicher. Dafür konnte er schon seine Heuer und seine Effekten an Bord im Stich lassen.

Wenige Minuten später traten fünf Polizeimänner über die Laufbrücke der „Pennsylvania“, verständigten sich unauffällig mit dem ersten Offizier, der zwar über die Nachricht, daß Michel Mohr, sein braver Bootsmann, einen Millionendieb beherberge, den Kopf schüttelte, und drangen in die Kammer ein, wo sie nichts fanden. Sie durchsuchten die nebenliegenden Mannschaftsräume, wiederum vergeblich. Nun gingen sie zu Kapitän Siems und teilten ihm mit, daß sie das ganze Schiff durchsuchen müßten.

„Aber beeilen Sie sich, meine Herren!“ sagte der, strich sich ärgerlich den dünnen, blonden Kinnbart und zog sich mit einem Ruck die Weste über den Kugelbauch. „Ich möchte in zwei Stunden in See gehen.“

Und sie suchten eine Stunde lang ohne Erfolg. Die Passagiere kamen an Bord. Die dritte Luke auf dem Verdeck verschlang mit unermüdlicher Gier einen Koffer nach dem andern.

Nanu! dachte Peter Voß und legte sich auf die andere Seite. Ist das ein Rumor! Dabei soll nun ein anständiger Mensch schlafen können!

„Haben Sie ihn noch nicht?“ knurrte der Kapitän wütend. „Die Steuerbordwache soll suchen helfen.“

Der erste Offizier stieß in die Flöte. Die Matrosen der Steuerbordwache, angeführt von dem dritten und vierten Offizier und von Michel Mohr, verteilten sich stöbernd in die Laderäume. Auch ein Teil des Maschinenpersonals und die Mehrzahl der Stewards wurden herangezogen. Durch das ganze Schiff wimmelte es wie in einem aufgewühlten Ameisenhaufen.

Und Michel Mohr suchte seinen guten Freund Peter Voß, aber er suchte ihn nicht, um ihn der Polizei auszuliefern, sondern um ihn so gut zu verstecken, daß er überhaupt nicht aufzufinden war. Seine Leute schickte er hierher und dorthin, wo sie ihm nicht in den Weg laufen konnten. Die Polizisten krochen in den Bunkern herum. Die Backbordwache machte unterdessen das Schiff seeklar. Dreimal brüllte die Dampfpfeife.

Da erschien ein Polizeileutnant an Deck.