„Der kriegt Sie! Der kriegt Sie noch vor New York!“ rief Jim Stockes erregt. „Bedenken Sie, welche Folgen das für mich haben kann. Und erst für Sie!“
„Bobby Dodd kriegt mich nicht!“ behauptete Peter Voß keck.
„Er ist der geriebenste Detektiv von Nordamerika!“ stöhnte Stockes. „Nehmen Sie lieber einen anderen.“
„Gerade der geriebenste muß es sein!“ lachte Peter Voß. „Der berühmteste! Die allererste Kraft auf diesem Gebiet! Von dem die Zeitungen am meisten schreiben! Verstehen Sie das nicht, Mr. Stockes? Ueber Bobby Dodd veröffentlichen die Zeitungen spaltenlange Berichte, sie bringen seine Photographie, sie loben ihn über den grünen Klee, sie verhimmeln ihn. Wer schreibt die Berichte? Er selbst, oder die von seinem Genie inspirierten Reporter. Er läßt es sich schweres Geld kosten. Die Zeitungen machen nichts umsonst. Schön dumm wären sie. Geschäft, Mr. Stockes! Er bezahlt nicht nur mit Geld, o nein, sondern auch mit interessanten, pikanten Neuigkeiten. Für einen solchen Mann gehen die Zeitungen durchs Feuer. Da sehen Sie, was er kann. Sein Ruhm ist Papier.“
„Ja aber!“ rief Stockes außer sich. „Tatsache ist, daß er bis jetzt jeden Verbrecher erwischt hat.“
„Steht in den Zeitungen!“ lächelte Peter Voß. „Ueber die, die er nicht gekriegt hat, wird er schon nichts veröffentlichen lassen. Aber zugegeben, er hat sie alle gekriegt! Diese Verbrecher standen eben auch alle unter der Zeitungshypnose. Sie hielten ihren Verfolger für einen Menschen mit höheren Fähigkeiten. Das machte sie unsicher. Sie vertappten sich, und schon hatte er sie beim Wickel. Aber ich garantiere Ihnen, daß Bobby Dodd nur ein ganz gewöhnlicher Mensch ist. Nicht dumm, durchaus nicht, anständiger Durchschnitt, dafür ist er Amerikaner, er versteht nicht nur bei den Zeitungen sein Geschäft zu machen. Die Zeitungen aber dürfen sich nur für die gute Mittelmäßigkeit begeistern. Das liegt in der Natur ihres Geschäfts. Ich gehe jede Wette ein, daß ich Bobby Dodd ein ganzes Jahr an der Nase herumführe, ohne daß er auch nur einen Rockzipfel von mir zu Gesicht bekommt. Ein ganzes Jahr, Mr. Stockes, bis Ihre Kupferpapiere in die Höhe geklettert sind! Denn ich stehe im Gegensatz zu Dick Patton nicht unter Zeitungshypnose. Und eben deswegen muß es Bobby Dodd sein.“
„Das wollen Sie für mich tun?“ stöhnte Stockes auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Mr. Stockes!“ sagte Peter Voß einfach und strich sich durch das braunlockige Haar. „Sie haben mich vor zwei Jahren drüben auf der St. Louis Bridge festgehalten, als ich, vor Krankheit und Hunger schwach und auch sonst total verzweifelt, in den Mississippi springen wollte. Sie haben sich von mir zwei Ohrfeigen eingesteckt und doch nicht losgelassen. Ohne Sie wäre ich heute ein toter Mann. Und das wäre mir höchst unangenehm, besonders da ich seit acht Wochen sehr glücklich verheiratet bin.“
„Aber Dick Patton!“ seufzte Jim Stockes.
„Wenn er überzeugt ist, daß ich Ihnen das Geld wirklich gestohlen habe, wird er Ihnen Stundung gewähren, bis ich erwischt bin. Natürlich wird er auf Bobby Dodd bestehen. Solange er noch die kleinste Hoffnung hat, das Geld zu bekommen, muß er Stockes & Yarker halten, sonst wäre er ein schlechter Kaufmann, und das ist er nicht. Wenn Sie aber morgen zu ihm gehen und ihm Ihre verfehlten Spekulationen gestehen, wird er Sie ohne Gnade und Barmherzigkeit fallen lassen, und froh sein, zehn Prozent aus dem Konkurs zu fischen.“