„O Mrs. Voß!“ erwiderte er ganz unglücklich. „So wie ich ist selten ein Mann verkannt worden. Ich schwöre Ihnen ...“
„Schwören Sie nicht!“ schnitt sie ihm das Wort ab. „Ich kenne Sie! Sie sind ein Mann, der vor einem falschen Eid nicht zurückschreckt, wenn er dadurch sein Ziel erreichen kann. Und dieses Ziel ist, Sie wollen meinen Mann ins Zuchthaus bringen.“
„Ins Sanatorium!“ verbesserte er sie und erlangte durch seine Zähigkeit allmählich die Oberhand. „Der Steckbrief ist nur in New York verbreitet worden. Und was, Mrs. Voß, ist denn so ein Steckbrief weiter! Es steht doch in allen Zeitungen, in St. Louis, in New York, in San Francisco, daß Mr. Voß zwei Millionen entwendet hat. Und habe ich es vielleicht hineinsetzen lassen?“
Darauf wußte sie nichts zu erwidern, aber ihre zusammengepreßten Lippen verrieten nur zu deutlich, daß sie noch immer nicht geneigt war, ihren einmal gefaßten Argwohn gutwillig fahren zu lassen.
„Und überdies,“ fuhr er fort, „wozu streiten wir? Peter Voß sitzt bereits auf der Polizeioffice. Es ist nur nötig, ihn seiner Identität zu überführen. Und dazu bitte ich um Ihre Mitwirkung.“
Polly kam in die Höhe.
„Sie haben ihn?“ schrie sie auf.
„Ich hoffe es!“ sagte er bescheiden. „Und wenn er nur sofort das Geld abliefert, verspreche ich Ihnen sogar, ihn bei der Ueberführung nach St. Louis entschlüpfen zu lassen.“
Sie stand einen Augenblick und sah ihn starr an. Seinen Worten konnte sie noch immer keinen Glauben schenken. Sie war sofort entschlossen, mit ihm zu gehen, um die Identität abzuleugnen, falls sie vorhanden war. Und so willigte sie endlich ein und fuhr mit ihm nach der Polizeioffice.
Sam Fletcher wurde vorgeführt. Polly wandte sich schaudernd ab, sie hatte nicht nötig, die Identität zu leugnen.