„Komm herein, mein Junge!“ sagte Peter Voß gemütlich und zog die Tür hinter dem Steward zu. „Siehst du, da ist noch einer, und wir haben nur ein Billett!“

Der Steward schaute betroffen von einem zum andern. Frank Murrel wäre am liebsten vor Angst in den Koffer gekrochen. Nur Peter Voß behielt seine Ruhe.

„Guck dir den Koffer an!“ fuhr er fort. „Es handelt sich nämlich um eine Wette. Der Herr wird dir sofort zwanzig Dollar geben. Ebensoviel kriegst du in Plymouth von ihm. Wir wollen dich nicht etwa bestechen oder in Ungelegenheiten bringen, mein Junge. Aber wir verlangen nichts umsonst. Für dich steckt der Mann da stets im Koffer, auch wenn er auf dem Sofa liegt. Verstanden? Sonst sind die zweiten zwanzig Dollar futsch. Und wenn du ihn gut fütterst, lege ich noch zehn Dollar zu.“

Der Steward war nicht dumm und hatte bald begriffen. Fünfzig Dollar! Soviel betrug fast die halbe Passage. Er nickte nur und streckte die Hand aus. Frank Murrel zog das Geld mit süßsaurer Miene aus der Hosentasche.

Dann wurde der große Koffer aufgekantet, in der Ecke festgelascht, und Peter Voß ging als Frank Murrel an Deck. Er hatte sich dazu einen schön gestreiften Sakkoanzug ausgesucht.

Der erste Bootsmann aber suchte und suchte das ganze Schiff durch. Er rief Peter Voß mit Namen, aber niemand meldete sich.

Er ist wohl doch nicht mehr an Bord! dachte Michel Mohr und machte dem Kapitän Meldung davon, der sofort nach New York zurücktelegraphieren ließ.

Michel Mohr ging darauf über Deck, um seinem Freunde Peter Voß ein stilles Glas Grog zu weihen. Da strich ein Passagier an ihm vorbei, der einen nobelgestreiften Rock anhatte, einen steifen, schwarzen Hut auf den kurzgeschorenen, braunen Haaren trug und zwischen den Zähnen eine Zigarette hielt. Er sah Peter Voß sogar ein bißchen ähnlich. Die Hände hatte er mit den Daumen in die Hosentaschen gehängt. Mit den übrigen acht Fingern spielte er vor Vergnügen Klavier an den Hosennähten.

„Michel!“ flüsterte dieser Passagier plötzlich, ohne die Zigarette aus den Zähnen zu nehmen. „Sorg dich nicht, ich bin fein zuwege.“

Und schon war er um die Ecke verschwunden. Michel Mohr glotzte ihm nach.