Und er erzählte ihr alles wahrheitsgetreu.

„Im Gefängnis?“ stöhnte sie auf. „Als Schmuggler? Wie schrecklich! Sie müssen ihn befreien.“

„Das ist meine Absicht!“ sprach er ernst. „Ich brauche zu diesem Zweck die Brieftasche, dahinein werde ich die nötigen Instrumente legen. Die Brieftasche werde ich ihm mit Hilfe des Direktors in die Hände spielen. Wir legen uns dann im Hafen von St. Malo mit einem kleinen Dampfer auf die Lauer. Er wird ausbrechen, das Gefängnis ist übrigens miserabel gebaut, ich werde den Posten ablenken. Alles Kleinigkeiten! Er entkommt glücklich dem Gefängnis und flüchtet zu Ihnen auf den Dampfer. Und dann haben wir ihn. Sie haben nur nötig, ihm einige aufklärende Worte in die Brieftasche zu legen. Der Dampfer wird dicht unter dem Gefängnis festgemacht. Wir werden am Tage die Flagge der Union und bei Nacht zwei rote Laternen aufstecken.“

Nun begann sie zu begreifen. Hastig holte sie die Brieftasche ihres Mannes herbei und schrieb auf ein Blatt, was ihr Dodd diktierte. Nachdem sie ihren Namen darunter gesetzt hatte, nahm Dodd das Blatt und die Brieftasche an sich.

„Und wenn wir ihn auf dem Schiff haben?“ fragte sie gespannt.

„Dann werden wir ihn schon zur Vernunft bringen!“ lächelte Dodd siegesgewiß. „Das heißt, wenn es überhaupt möglich ist. Ich hoffe aber, daß er sich durch Ihre Gegenwart veranlaßt fühlen wird, die zwei Millionen herauszugeben.“

„Und wenn er sich dennoch weigert?“ rief sie und sprang auf.

„Dann kommt er ins Sanatorium, wo er Zeit hat, sich zu besinnen!“ beruhigte er sie. „Aus meinem Plan ersehen Sie, wie ernst ich es mit unserem Vertrag nehme. Ich gehe jetzt, etliche Feilen und Sägen zu kaufen, die ich in dieses Blatt wickeln und in die Tasche legen werde.“

„Aber wenn ihm etwas passiert!“ rief sie. „Wenn der Posten auf ihn schießt?“

„Sein Leben ist mir zwei Millionen Dollar wert!“ erwiderte er. „Ich werde dicht neben dem Posten stehen. Falls er schießt, wird der Schuß in die Luft gehen.“