„Brauch ich nicht!“ versetzte William Schmidt kaltblütig. „Wir haben Neumond. Und die „Marguerite“ liegt wieder im Hafen. Morgen vor Sonnenaufgang fährt sie nach Jersey. Ich beobachte sie schon seit mehreren Wochen.“
„Aber der Posten!“ warnte Peter Voß.
„Der kriegt eins auf die Nase!“ erwiderte William Schmidt entschlossen. „Das ist ein ganz grüner Junge.“
„Mach’s nur nicht zu arg!“ entgegnete Peter Voß. „Der arme Junge ist doch nicht daran schuld, daß du eingebrochen bist.“
„Keine Sorge!“ lachte William Schmidt. „Ein Mörder bin ich nicht. Dazu fehlt mir das Talent. Aber ich kann boxen. Willst du mitkommen?“
Peter Voß überlegte. Seine Lust, mit auszubrechen, war in der letzten Zeit ganz bedeutend gewachsen. Auch der Fluchtplan leuchtete ihm ein. Doch was William Schmidt konnte, das konnte er auch! In einer finsteren, regnerischen Nacht brauchte man nicht einmal dem Posten eins auf die Nase zu geben. Sein Meißel war gut, und seine Fenstereisen saßen nicht fester in der Mauer als die der Nebenzelle. Und so wünschte er seinem Nachbar glückliche Reise und legte sich aufs rechte Ohr.
Er erwachte von einem leichten Fall. Es war stockdunkel in der Zelle. Ueberrascht fingerte er auf dem Boden herum und fand endlich eine zusammengeschnürte Brieftasche, seine Brieftasche! Beim ersten Griff hatte er sie erkannt. Er stand, als hätte ihn der Blitz getroffen.
Das war Dodd! Er hatte ihn entdeckt! Und nun warf er die Tasche herein, um die Identität festzustellen!
Peter Voß sprang zum Loch und riß den Pfropfen heraus.
„William Schmidt!“ flüsterte er. „Ich komme mit!“