Der Posten machte gerade an der anderen Ecke der Gefängnisfront kehrt. Ehe der junge Rekrut, der zudem nicht besonders mutig war, sein Gewehr gehoben oder auch nur den Mund aufgetan hatte, sah er sich durch einen heftigen, wohlgezielten Schlag gegen den Gürtel unschädlich gemacht. Das Gewehr entfiel ihm. Unfähig, sich zu regen oder einen Ton von sich zu geben, saß er mit dem Oberkörper gegen die Mauer gelehnt und hielt sich den Bauch. Peter Voß klopfte ihm beruhigend auf die Schulter, und William Schmidt erleichterte ihm den Gürtel vom Revolver.
Nun eilten sie auf den Hafen zu, nachdem sie in einem dunklen Winkel die Jacken getauscht hatten, denn William Schmidt trug Sträflingskleidung.
Da lag schon die „Marguerite“, auf die sie es abgesehen hatten. Nach William Schmidts Plan wollten sie sich unbemerkt an Bord schleichen und sich im Laderaum verstecken.
„Einen Augenblick!“ flüsterte Peter Voß und öffnete unter einer Gaslaterne seine Brieftasche. „Ich glaube, ich hab ein wenig Kleingeld. Wenn es langt, chartern wir das ganze Schiff.“
„Allright!“ erwiderte der andere.
Peter Voß fand die vier Tausenddollarnoten, fand sechs feine Stahlsägen und sechs Feilen, und fand schließlich die Zeilen, die Polly geschrieben hatte.
„Sehr fein!“ schmunzelte er. „Die Schrift ist täuschend nachgeahmt. Dieser Dodd ist weit gefährlicher, als ich dachte.“
Nun übernahm er die Führung.
Es war gegen Mitternacht, als sie den Schiffer der „Marguerite“ weckten. Peter Voß hielt ihm eine seiner vier Tausenddollarnoten unter die Nase. Und der Schiffer war nicht dumm und wußte sofort, daß hier ein Geschäft zu machen war, wie es alle zehn Jahre nur einmal vorkam.
„Nach London!“ befahl Peter Voß. „Und zwar auf der Stelle!“